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Discounter und Bezirksvertretung einig: unten parken, oben einkaufen

Brackweder Lidl soll zur »Metropol-Filiale« werden

Bielefeld (WB). Nur 13 Jahre nach Eröffnung des Lidl-Marktes an der Ecke Stadtring/Germanenstraße, wo bis 2005 das Brackweder Postamt stand, plant der Discounter den Abriss eben dieser Filiale. Sie könnte am selben Ort durch eine größere, so genannte »Metropol-Filiale« mit mehr Platz zur Warenpräsentation und mehr Parkraum ersetzt werden. Brackwedes Bezirksvertreter wissen Bescheid.

Markus Poch

Viel zentraler geht es nicht: Mit seinem Standort am Stadtring hat sich der Discounter Lidl eine attraktive aber auch rundherum begrenzte Verkaufsfläche in Brackwede gesichert. Deshalb könnte die Filiale bald auf Pfähle gestellt werden. Foto: Markus Poch

Immer höhere Mieten auf immer kleineren Innenstadtflächen zwingen die Supermarktketten zum Überdenken ihrer Raumkonzepte. War es lange Usus, dem Kunden das Parken und Einkaufen ausschließlich im Parterre zu ermöglichen, so bauen die Discounter heute immer häufiger zwei- oder mehrgeschossig – vor allem in stark frequentierten Zentren von Großstädten: Dort wird unten großflächig geparkt und angeliefert, oben großflächig eingekauft.

Zu wenig Platz am Standort

Jetzt ist Brackwede keine Großstadt. Dennoch spielt die Lidl-Filiale am Stadtring, Postanschrift Kimbernstraße 1, in der Planung des Discounters offenbar wegen guter Umsätze eine entscheidende Rolle. Nach Informationen des WESTFALEN-BLATTES soll sie deshalb aus Platzmangel abgerissen und direkt im Anschluss nach dem Lidl-Metropolkonzept mindestens zweistöckig neu aufgebaut werden. Das von Straßen eingerahmte, 4600 Quadratmeter große Grundstück lässt keine andere Möglichkeit der Ausdehnung zu, als den aktuell 1125 Quadratmeter großen Supermarkt in die Luft beziehungsweise auf Pfähle zu stellen.

Ausgegoren oder gar beschlossen sind die bestehenden Entwürfe aber noch nicht. So ist wohl gänzlich offen, wo der neue Eingang sein könnte und ob nicht vielleicht eine weitere Etage mit Wohnraum auf den Neubau aufgesetzt wird. Lidl sucht hier nach einer »vernünftigen Lösung«, mit der die Bezirksvertreter und vor allem die Menschen im Umfeld leben können. Davon hängt auch ab, wann die Baumaßnahme startet.

Auch Wohnungen sind möglich

»Wir hätten lieber einen Vollsortimenter dort gehabt, haben gegen die Lidl-Pläne grundsätzlich aber keine Einwendung. Das sähe dann ja so ähnlich aus wie der Marktkauf in Gadderbaum«, sagt Hans-Werner Plaßmann, Fraktionschef der SPD in der Bezirksvertretung. »Es muss natürlich ein vernünftiges Gebäude werden und nicht so eine Remise wie der jetzige Markt. Das Wohnen im zweiten Stock könnte möglich sein.«

Auch CDU-Fraktionsvorsitzender Carsten Krumhöfner hofft auf eine architektonisch ansprechende Lösung, die dem zentralen Platz entspricht. »Wir hätten dort die Chance, städtebaulich etwas Besseres hinzukriegen«, sagt er. Natürlich müsse man die Höhe des neuen Gebäudes beachten und dass es sich in die Umgebung einfüge, »aber wenn dort eine Wohnbebauung möglich ist, sind wir dafür offen.«

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