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Vorbestrafte 67-Jährige soll Kreditgeber betrogen und Rechnung nicht bezahlt haben

Brautmoden-Boutiquenchefin wird der Prozess gemacht

Bielefeld (WB). Für die vorbestrafte Boutiquenbetreiberin, die bundesweit Bräute um Geld und Kleider betrogen haben soll (das WESTFALEN-BLATT berichtete) , wird die Luft langsam dünner. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage in drei Fällen gegen die 67-Jährige erhoben. Die Bielefelderin soll nicht nur Bräute, sondern zeitgleich auch Kreditgeber und Geschäftsleute betrogen haben.

Jens Heinze

Das ehemalige Brautmodengeschäft Agora am Niederwall Foto: Jens Heinze

Am 29. September muss sich die Boutiquenbetreiberin vor dem Amtsgericht verantworten, weil sie zwei Kredite über insgesamt 69.000 Euro nicht zurückgezahlt haben soll. Außerdem soll die Frau in einem Geschäft für Porzellan- und Küchengerätschaften an der Obern­straße groß eingekauft, die Rechnung über 13.990 Euro aber nicht bezahlt haben.

Es geht um zwei Darlehn

Es geht im Prozess vor dem Amtsgericht um zwei Darlehn über 35.000 Euro und 34.000 Euro, die die Betreiberin der inzwischen geschlossenen Agora Brautmoden-Boutique in den Jahren 2014 und 2015 von privaten Kreditgebern aufgenommen haben soll. »Die Frau hat ihre Zahlungswilligkeit vorgetäuscht, die Kredite aber nicht getilgt«, sagte Stefanie Lange, Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Eine weitere Anklage gegen die 67-Jährige befasst sich mit ihren teuren Einkäufen in der Zeit von Juli bis September 2015 im Haushaltswaren-Geschäft an der Obernstraße. Die stattliche fünfstellige Rechnung, die dabei zusammenkam, soll die Bielefelderin schuldig geblieben sein.

Rechtsanwalt Dr. Holger Rostek, der Verteidiger der wegen zahlloser Betrügereien vorbestraften Bielefelderin, sieht dem Prozess gelassen entgegen. »Meine Mandantin bestreitet die Vorwürfe. In der Hauptverhandlung wird sich alles aufklären«, sagte der erfahrene Jurist und langjährige Rechtsbeistand der Frau.

Weitere private Kreditgeber stellen Strafanzeige

Der Verteidiger wird wohl auch in weiteren Fällen für seine Mandantin tätig werden müssen. »Gegen die Frau laufen noch mehrere Verfahren, die noch nicht abgeschlossen sind«, sagte Staatsanwaltschafts-Sprecherin Stefanie Lange. WESTFALEN-BLATT-Informationen zufolge haben unter anderem weitere private Kreditgeber Strafanzeigen gegen die 67-Jährige gestellt, weil sie Schulden nicht zurückgezahlt haben soll.

Unterdessen kursiert unter den betrogenen Bräuten das Gerücht, die Boutiquenbetreiberin sei abgetaucht. Wie es aus Ermittlerkreisen heißt, soll die Frau nach der Zwangsräumung ihrer Privatwohnung an der Straße Am Bach am 21. März beim Einwohnermeldeamt keinen neuen Wohnsitz angegeben haben. Damit ist die 67-Jährige offiziell »unbekannt verzogen«. Einer betrogenen Braut, die ein Agora-Pfandkleid zurückgeben wollte, soll die Boutiquenbetreiberin gesagt haben, dass sie sich nicht in Bielefeld aufhalte.

»Ich bin jeden Tag in Bielefeld«, sagte die 67-Jährige dagegen auf Anfrage. Drei Zeugen haben das unabhängig voneinander bestätigt. Die Bielefelderin sei in der Altstadt und an ihrem zwangsgeräumten Wohnsitz an der Straße Am Bach zu sehen. In diesem Haus soll die Boutiquenbetreiberin freundschaftliche Kontakte zu Ex-Nachbarn unterhalten.

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