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Corona: Zwei Ansteckungen mit hoch ansteckender Variante nachgewiesen

Britische Mutation in Bielefeld

Bielefeld

Die hoch ansteckende britische Mutation des Corona-Virus ist jetzt in Bielefeld nachgewiesen worden. Krisenstabs-Leiter Ingo Nürnberger bestätigte am Freitag zwei Fälle, die aber völlig unabhängig voneinander seien.

Michael Schläger

Bei fünf Prozent der positiven Corona-Testes wird untersucht, ob es sich um die besonders gefährliche Variante handelt. Foto: imago images

In einem Fall, der am späten Donnerstag von einem Labor gemeldet worden war, handelt es sich um einen Mann, dessen Frau sich zuvor bereits mit Corona infiziert hatte. Er befindet sich deshalb schon seit sieben Tagen in Quarantäne. „Für uns jetzt ein Vorteil“, so Nürnberger. Bei der Frau des Infizierten war die besonders infektiöse Briten-Variante B.1.1.7 bei ihrem Test allerdings nicht nachgewiesen worden. Der zweite Fall wurde Freitag Morgen bekannt.

„Die beiden Personen und ihre Familien sowie die direkten Kontaktpersonen befinden sich in Quarantäne, weitere Tests wurden veranlasst“, sagte Nürnberger. Bei beiden handele es sich nicht um Reiserückkehrer. Es werde jetzt ein besonderes Augenmerk auf das jeweilige berufliche Umfeld der Infizierten gelegt. Möglicherweise gebe es dort einen Zusammenhang mit den Ansteckungen. Er hoffe, dass es sich am Ende nicht um ein Superspreader-Ereignis handele und die Infektionen in den Griff zu bekommen seien. Erste weitere Testergebnisse könnten an diesem Samstag vorliegen.

In beiden Infektionsfällen handelt es sich um Zufallsfunde. Aktuell wird – wie vom Robert-Koch-Institut empfohlen – bei fünf Prozent der Corona-Tests in Bielefeld eine Sequenzierung durchführt, untersucht, ob es sich um die besonders ansteckenden Virus-Varianten handelt. Darüber hinaus, so Nürnberger, ordne die Stadt Sequenzierungen bei Reiserückkehrern an oder wenn bestimmte Cluster bekannt seien, also eine Häufung von Corona-Fällen, wie sie beispielsweise in Alten- und Pflegeheimen oder in Schulklassen vorkommen könne.

Der Krisenstabsleiter betonte, dass die Stadt Bielefeld in den beiden jetzt aufgetretenen Fällen besonders vorsichtig vorgehe. Dazu gehöre, dass nicht nur Kontaktpersonen der so genannten Kategorie I, also Menschen, die sich längere Zeit in unmittelbarer Umgebung des Infizierten aufgehalten haben, sondern auch Personen der Kategorie II (Kurzkontakte) in Quarantäne geschickt und getestet würden. Bei diesen Personen wird sonst oft auf einen Test verzichtet, lediglich eine Kontaktreduzierung empfohlen. Es sei nur eine Frage der Zeit gewesen, bis die britische Mutation auch in Bielefeld angekommen wäre, so Nürnberger. Schließlich sei die besonders ansteckende Variante des Virus auch in den Kreisen Gütersloh und Paderborn schon aufgetaucht.

Dennoch gibt Nürnberger die Hoffnung nicht auf, dass sich die Inzidenzzahl in der Stadt, also die Zahl der Corona-Infektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen, weiter nach unten bewegen werde. Ob dies schon zu einer deutlichen Lockerung des Lockdowns führen könne, sei zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht vorhersehbar.

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