Bielefelder Bezirksvertretung will öffentliche Veranstaltungen zum Neubau der Gesamtschule Schildesche

Bürger sollen mitreden können

Bielefeld

Der Neubau der Gesamtschule Schildesche zählt seit Jahren zu den heiß diskutierten und umstrittenen Großprojekten in Bielefeld. Deshalb soll es in jedem Fall zu den weiteren Planungen öffentliche Veranstaltungen für alle interessierten Bürger geben, fordert die Bezirksvertretung Schildesche.

Hendrik Uffmann

Bis 2026, so lautet der Zeitplan der Verwaltung, soll die heutige Gesamtschule Schildesche durch Neubauten an zwei Standorten ersetzt werden. Foto: Thomas F. Starke

In ihrer Sitzung am Donnerstag beschlossen die Politiker mehrheitlich – bei einer Gegenstimme von AfD-Vertreterin Heliane Ostwald und einer Enthaltung von Hartwig Hawerkamp (Linke) – die Aufstellung eines neuen Bebauungsplans für das etwa 1,6 Hektar große Grundstück an der Ecke Westerfeldstraße/Apfelstraße, auf dem der nördliche Teilstandort des Schulneubaus entstehen soll.

Und auch, dass das Bebauungsplanverfahren beschleunigt ablaufen soll, fand eine Mehrheit. Die Möglichkeit, dass angesichts der Corona-Pandemie die Beteiligung der Öffentlichkeit auch ohne eine Veranstaltung, bei der alle interessierten Bürger eingeladen werden, stattfinden kann, wie es das Bauamt vorgeschlagen hatte, stieß auf einheitliche Ablehnung. „Es freut uns, dass es endlich weitergeht. Aber die öffentliche Anteilnahme an dem Projekt ist so groß, dass es einen Erörterungstermin geben sollte. Das sollte auch unter Coronabedingungen möglich sein“, sagte Gerd-Peter Grün (Grüne).

Steve Kuhlmann (CDU) betonte, dass es wichtig sei, auch gerade wegen der umstrittenen Zwei-Standorte-Lösung „die Bürgerschaft mitzunehmen“. Hinzu komme, dass es Zeitdruck gebe und das Ziel, die Schule 2026 in Betrieb zu nehmen, sehr ambitioniert sei. „Bei dem Thema ist Druck auf dem Kessel, und wir sind darauf angewiesen, das Ventil zu öffnen. Wir sollten deshalb den Bürgern die Möglichkeit geben, an dem Prozess teilzunehmen“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende.

Er schlug vor, für öffentliche Veranstaltungen mehrere Termine anzubieten, damit die Besucherzahl nicht zu groß wird. Wichtig sei jedoch auch, aus der Bezirksvertretung ein klares Signal zu senden, „dass wir diese Schule wollen“.

Jörg Benesch (SPD) sagte, dass in den Sommermonaten Veranstaltungen mit den Bürgern auch draußen möglich seien. „Denn eine Online-Veranstaltung halten wir für nicht gut, weil nicht jeder, der vielleicht interessiert ist, daran teilnehmen kann.“

Auch Benesch warnte davor, nur die Probleme bei der neuen Schule zu sehen. Die Entscheidung über das grundsätzliche Konzept bestehe. Es gelte, das beste daraus zu machen. „Wir müssen aufpassen, dass wir die Schule nicht kaputtreden.“

Allein Freidemokrat Gregor Spalek sprach sich komplett gegen die Planungen in der jetzigen Form aus. „Die FDP ist grundsätzlich gegen zwei Standorte für die Schule. Die Kinder werden noch in 20 bis 30 Jahren darunter leiden.“

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