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Ein Jahr nach Großbrand: Deutsche Bahn will Gelände in Bielefeld veräußern – mit Video

BVO-Busdepot steht zum Verkauf

Bielefeld (WB). Ein gutes Jahr ist der Großbrand mit Millionenschaden im BVO-Busdepot an der Wilhelm-Bertelsmann-Straße schon her. Doch die mehrere Meter hohen Grundpfeiler des abgebrannten Werkstattgebäudes stehen noch immer.

Stefan Biestmann

Noch stehen die Grundpfeiler der BVO-Buswerkstatt. Das Gelände soll jetzt verkauft werden. Foto: Lars Rohrandt

Jetzt ist nach WESTFALEN-BLATT-Informationen klar, warum die Pfähle noch nicht abgerissen wurden. „Wir planen, das 10.000 Quadratmeter große Busdepot-Gelände zu verkaufen“, berichtet Dirk Pohlmann. Er ist Sprecher der Deutschen Bahn, zu der die Busverkehr Ostwestfalen-Lippe GmbH (BVO) gehört. Aufgrund der noch stehenden Grundpfeiler müsste der Käufer keinen Neubau, sondern lediglich einen Wiederaufbau beantragen. „Das hat genehmigungsrechtliche Vorteile“, erläutert Pohlmann. Sicherheitsbedenken habe die Deutsche Bahn nicht. „Die Säulen sind standfest, es besteht keine Gefährdung“, meint Pohlmann. Zudem sichere ein Zaun das Areal ab. Die Deutsche Bahn ist zuversichtlich, einen Käufer zu finden. „Es gibt schon mehre Interessenten“, berichtet Pohlmann.

Beim Feuer im BVO-Busdepot im Januar 2019 entstand Millionenschaden. Fünf Busse, drei Kleinbusse und die Werkstatt wurden damals zerstört. Foto: Christian Müller

Und die BVO benötige das Gelände nicht mehr. „Es gibt nur noch drei Buslinien, die von Bielefeld aus starten“, berichtet Pohlmann. Zudem gebe es ausreichend Bus-Stellplätze an anderen BVO-Standorten wie zum Beispiel in Herford.

Ein technischer Defekt hatte das Feuer im BVO-Busdepot am späten Abend des 15. Januar 2019 ausgelöst. Die Flammen zerstörten fünf Busse und drei Kleinbusse. Zudem stürzte das Dach der Werkstatthalle ein. Verletzt wurde niemand. 120 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Aufgrund der starken Rauchentwicklung warnte die Katastrophenschutz-App Nina damals die Bürger vor Rauchgasen. Die Polizei sprach von einem Schaden in Höhe von 1,5 Millionen Euro. Die Bahn rechnet mit einer höheren Summe, nennt aber bis heute keine Zahlen.

Nach dem Brand analysierte die Deutsche Bahn, was mit dem zerstörten Werkstattgebäude geschehen soll. Es dauerte mehr als ein halbes Jahr, bis eine erste Entscheidung feststand. Anfang August teilte das Unternehmen mit, dass die Werkstatt „aus Gründen der Wirtschaftlichkeit“ nicht wieder aufgebaut wird. Die Werkstattarbeiten könnten an anderen BVO-Standorten erledigt werden, hieß es. Der Plan war zunächst, den zusätzlichen Platz durch das weggefallene Gebäude als Stellfläche für Busse zu nutzen. Doch jetzt hat die Deutsche Bahn ihre Pläne geändert – entgegen ihrer Bekenntnisse zum BVO-Standort Bielefeld im August.

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