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Die Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Wege soll Mediziner-Nachwuchs bei Praxen-Gründung in Bielefeld unterstützen

CDU will um Hausärzte werben

Bielefeld (WB/MiS). Die Anwerbung und Unterstützung von Hausärzten soll Aufgabe der städtischen Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Wege werden, dafür dort eine Stelle geschaffen werden. Das fordert die CDU in einem Antrag für die nächste Sitzung des Sozialausschusses am 26. Februar.

Symbolfoto. Foto: dpa

»Schon jetzt fehlen 40 Hausärzte in der Stadt«, sagte am Dienstag CDU-Ratsfraktionschef Ralf Nettelstroth. Weitere 100 Mediziner seien inzwischen über 60 Jahre alt, und es sei nur eine Frage der Zeit, bis auch sie ihre Praxen schließen würden. »Wir müssen also dringend handeln.«

Auf der Tagesordnung der Sozialpolitiker steht erneut der Bericht der Verwaltung zur Verbesserung der haus- und kinderärztlichen Versorgung in Bielefeld. »In diesem Bericht steht vor allem, was die Verwaltung nicht leisten kann«, sagte der sozialpolitische Sprecher der CDU, Michael Weber. »Wir benötigen aber konstruktive Lösungsansätze.« Die Union kann sich vorstellen, eine Studienstiftung oder -förderung aufzubauen, mit deren Hilfe künftige Absolventen der neu gegründeten Medizinischen Fakultät an der Uni Bielefeld angehalten werden können, eine Allgemeinarztpraxis in Bielefeld zu eröffnen.

Die CDU möchte interessierten Ärzten Hilfestellung bei der Wohnungs- oder Bauplatzsuche geben, ihnen Kita-Plätze für den eigenen Nachwuchs oder einen Betreuungsservice für Kinder bieten, wenn Mama oder Papa Nacht- oder Notfalldienste leisten. Auch im administrativen Bereich soll den Medizinern geholfen werden. Bei der Personalgewinnung sollten auch die Dienste des Deutschen Hausarzt-Services genutzt werden, so CDU-Fraktionsgeschäftsführer Detlef Werner. Das Unternehmen sei in Bielefeld ansässig und darauf spezialisiert, Bewerber und Arztpraxen zusammenzuführen.

Auch der Seniorenrat hatte sich bereits mit der Thematik befasst, Investitionszuschüsse der Stadt gefordert. Dem schließt sich die CDU an. Die Medizinische Fakultät biete eine große Chance, junge Mediziner für Bielefeld zu gewinnen. Doch ausgebildet würden die frühestens in zehn Jahren zur Verfügung stehen, sagte Nettelstroth.

Die CDU verweist auf den Kreis Gütersloh, wo auch die dortigen Wirtschaftsförderer die Anwerbung von Medizinern übernommen hätten. Auch im Kreis Höxter gebe es ein Anwerbeprogramm.

In Bielefeld ist bislang erst ein konkretes Projekt zur Beseitigung des Ärztemangels in Planung. In Sennestadt soll mit Unterstützung des Städtischen Klinikums ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) entstehen. Ähnliche Vorhaben wären auch in Stieghorst oder Jöllenbeck denkbar.

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