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Dazu gebe es keinen Anlass, lässt der Bielefelder OB aus dem Urlaub mitteilen

Clausen will sich nicht entschuldigen

Bielefeld (WB). Pit Clausen (SPD) sieht offenbar keinen Anlass gegeben, sich für sein Verhalten zu entschuldigen. Der Oberbürgermeister glaubt, sich bei den Aufstiegsfeierlichkeiten korrekt verhalten zu haben, ließ er auf WESTFALEN-BLATT-Nachfrage von seinem Büro mitteilen. Er habe an den ausufernden Feiern weder vor dem Stadion noch vor dem Rathaus teilgenommen, sondern sei beide Male zu Fuß zum Auto beziehungsweise zum Taxi gelaufen, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme.

André Best

Szene aus einem Video: Pit Clausen (links) und DSC-Präsident Hans-Jürgen Laufer unter den Fans. Es kommt dabei auch zum Abklatschen (mit der Faust) mit mindestens einem Anhänger.

Zuletzt hatte es massive Kritik an Clausen gegeben. Der Oberbürgermeister habe keinen Mund-Nasen-Schutz getragen, sich nicht an Abstandsregeln gehalten, Selfies mit Fans im Getümmel machen lassen und im Vorfeld nicht klar genug kommuniziert, dass die Feiern wegen Corona nicht aus dem Ruder laufen dürften, so der Vorwurf. Mit seiner Aussage eine Woche vor dem Heidenheim-Spiel, es werde niemand reglementiert und es werde keine Bußgelder geben, habe er die Fußballfans regelrecht zum Feiern in Gruppen eingeladen, finden viele Bielefelder. Auch das Verhalten des DSC-Präsidenten Hans-Jürgen Laufer und insbesondere das Auftreten einiger DSC-Spieler auf dem Dach eines Autos mit Megafon in den Händen mitten in der Stadt haben bei vielen Menschen Fassungslosigkeit und Kopfschütteln ausgelöst. Dadurch seien die Fans erst angestachelt worden.

Von den Feiern gibt es Fotos und Videos, die Clausen in der Menschenmenge entweder beim Abklatschen (mit der Faust) oder auch beim Selfiemachen mit einer DSC-Anhängerin im Arm zeigen. Clausen selbst sagt: “Ich habe nicht mitgefeiert.“ Das ist es aber auch nicht, was ihm unterstellt wird. Vielmehr geht es um sein Verhalten und seiner Vorbildfunktion, der er nach Meinung der Kritiker nicht nachgekommen sei.

Die Bielefelder CDU hatte daraufhin eine Entschuldigung vom OB gefordert. „Das Verhalten von Clausen ist mehr als unglücklich. Wie will er das den Familien erklären, die ihre Kinder seit Wochen zu Hause betreuen und nicht zur Kita oder in die Schule lassen können? Er fordert zurecht die Einhaltung von Regeln, hält sich aber selbst nicht daran“, sagt Ralf Nettelstroth (CDU). Ähnlich äußerten sich andere Entscheidungsträger der Stadt, darunter auch der Sprecher der Bielefelder Kaufmannschaft Henner Zimmat. Clausen, so Nettelstroth, sei an seinen eigenen Ansprüchen gescheitert. Mit dem Wahlkampf habe die Forderung nach Entschuldigung nichts zu tun, sagt der Oberbürgermeisterkandidat, sondern vielmehr sei sie Ausdruck der Verärgerung der CDU und vieler Bielefelder, die sich ein Zeichen von Clausen erhofft hatten.

Der Oberbürgermeister ließ mitteilen, dass er sich seiner Aufgabe und seinem Amt sehr bewusst sei. Ein hoher Schutz der Gesundheit stehe an erster Stelle.

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Im Kreuzfeuer der Kritik

Kommentar: Vorbild? Fehlanzeige

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