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860 Zuschauer sind von Enissa Amani im Ringlokschuppen begeistert

Comedienne wider Willen

Bielefeld (WB/mdm). »Was ist das hier für eine hässliche Stadt«, sagt Enissa Amani, als sie am Samstagabend die Bühne im Ringlokschuppen betritt. Dabei kommt die charmante Comedienne selbst aus Frankfurt am Main. Sie hat also eindeutig Humor.

Enissa Amani überzeugte ihr Publikum im RInglokschuppen mit dem neuen Programm »Mainblick«. Foto: Mike-Dennis Müller

Dass sie dem irgendwann ihren Hauptberuf zu verdanken hat, das hätte sie nie gedacht, erzählt sie ihrem Publikum. Es seien vor allem ihre Freunde gewesen, die ihr Talent immer wieder erwähnt hätten. Selbst habe sie nie Comedy machen wollen. »Bis ich mich dann tatsächlich mal auf eine offene Bühne gestellt und einen Text vorgelesen habe.« Der erste Auftritt 2013 sei zunächst nicht mit allzu großer Begeisterung aufgenommen worden. »Wahrscheinlich hat mir nicht mal jemand wirklich zugehört.« Ein Video davon schickte sie trotzdem an viele Fernseh-Comedy-Formate, die sie kannte. Und tatsächlich: »Bald meldete sich NIghtwash bei mir.« Wenig später sei das Interesse an ihr immer stärker gewachsen, auch die ersten Auftritte in Stefan Raabs »TV Total« folgten.

Eigene Fernsehsendungen

Mittlerweile hatte die 31-Jährige deutsch-iranerin schon mehrere eigenen Fernsehsendungen: das Talk-Format »Studio Amani« und die Sketch-Comedy »’nissa«, beides auf Pro Sieben. Außerdem hatte sie Gastauftritte in den Filmen »Fack Ju Göhte 2«, »SMS für Dich« und der Serie »Alarm für Cobra 11«. Dass sie früher schon auf QVC zu sehen war, verschweigt sie indes.

»Bis heute kann ich das alles nicht richtig fassen«, beteuert sie vor ihren 860 Zuschauern in Bielefeld. Mit ihrem ersten Solo-Programm sei sie zwei Jahre lang unterwegs gewesen. »In meinem neuen geht es jetzt auch darum, wie das Ganze Bühnenleben auf mich wirkt.« So habe sie sich mittlerweile ein neues Auto zugelegt und interessiere sich für noch teurere Taschen. Das ständige Unterwegssein sei indes aber kein Jet-Set-Leben. »Die meisten Sender buchen mich auf die schäbigsten Billigflieger«, erzählt sie. Und dann verkauften die Stewardessen auch noch Lose und Parfüm an Bord.

»Kanacke« gehört zur Popkultur

Enissa Amani ist nicht nur charmant, sondern kann auch deutliche Worte finden. Manche davon rechtfertigt sie. »Ich sage Kanacke, weil ich glaube, dass das mittlerweile zur Popkultur gehört«, meint sie. Doch Obacht: Nicht jeder dürfe dieses Wort benutzen. »Man sollte schon selbst Migrationshintergrund haben.«

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