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Insgesamt 25 Neuinfektionen am Wochenende

Corona-Fälle an drei Bielefelder Schulen

Bielefeld (WB).Nur fünf Tage nach Ferienende gibt es die ersten Corona-Fälle an Bielefelder Schulen. Ein Kind im fünften Jahrgang des Max-Planck-Gymnasiums hat sich angesteckt. Eine weitere Infektion gibt es im zehnten Jahrgang der Realschule Heepen. Fall Nummer drei betrifft das Berufskolleg Bethel. In der Schülerschaft gebe es einen positiven Fall, heißt es von der Schulleitung.

Michael Schläger

Ein Kind im Jahrgang 5 des Max-Planck-Gymnasiums ist infiziert. Foto: Hendrik Uffmann

Am Max-Planck-Gymnasium ist bereits auch das Geschwisterkind des Kindes aus dem fünften Jahrgang getestet worden. Ein Ergebnis liegt aber noch nicht vor.

Bis zu 200 Abstriche

„Im Umfeld der Schulen läuft jetzt die Kontaktermittlung“, sagte Bielefelds Krisenstabsleiter Ingo Nürnberger am Sonntag. Er geht davon aus, dass zwischen 100 und 200 Abstriche von Mitschülern, Lehrern und Angehörigen gemacht werden müssten. Es sei denkbar, dass zu diesem Zweck Mitte der Woche erstmals ein Testzentrum auf dem früheren Firmengelände von Kahmann & Ellerbrock an der Eckendorfer Straße eingerichtet werde.

Die Infektionszahlen in Bielefeld sind deutlich angestiegen. Nachdem am Samstag bereits 19 neue Fälle gemeldet worden waren, kamen am Sonntag noch einmal sechs hinzu. Damit sind bisher insgesamt 685 Bielefelderinnen und Bielefelder positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Infektiös sind zurzeit 81 Personen und damit fünf mehr als noch am Samstag. Die Zahl der positiv getesteten Reiserückkehrer war am Sonntag um 1 auf 45 gesteigen. Ermittelt wird dieser Wert seit dem 17. Juli. Von den positiv Getesteten sind 598 Menschen genesen, also zwei mehr als am Vortag.

Höchster Wert seit April

In der Stadt Bielefeld gibt es seit Beginn der Pandemie insgesamt sechs Corona-Tote. Ein am Samstag im Online-Portal dieser Zeitung vermeldeter Corona-Todesfall im Jochen-Klepper-Haus ist von der Stadt nicht bestätigt worden.

In Quarantäne befinden sich aktuell 433 Personen. Das sind 26 weniger als am Vortag. Die Neuinfektionsrate in den vergangenen sieben Tagen liegt nun bei 17,4 pro 100.000 Einwohner, das entspricht 59 Neuinfizierten.

„Das ist der höchste Wert seit 19. April“, so Ingo Nürnberger. Die Gesamtsituation sei damit noch nicht dramatisch, aber eine erhöhte Achtsamkeit sei geboten. Der Krisenstabsleiter geht davon aus, dass die Zahl der Infizierten weiter steigen werde. Dies könne der Fall sein, wenn jetzt vermehrt Reisende aus Spanien zurückkehrten. Nürnberger betonte, die Fälle an den Schulen zeigten, dass ein störungsfreier Betrieb in Kitas und Schulen in den kommenden Wochen nicht garantiert werden könne. Bielefeld sei bei der Umsetzung von Quarantäne-Anordnungen weiter sehr strikt.

Eltern und Schüler informiert

An diesem Montag will Nürnberger weitere Details zu den Corona-Fällen an den beiden Bielefelder Schulen bekannt geben. In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt sollen einige Schülergruppen der Sekundarstufe I (Klassen fünf bis zehn) sowie einige Lehrerinnen und Lehrer des Max-Planck-Gymnasiums, das insgesamt 917 Schülerinnen und Schüler besuchen, zunächst nicht in die Schule kommen. Die Eltern der betroffenen Kinder seien telefonisch informiert worden, heißt es auf der Homepage der Schule.

An der Realschule Heepen (729 Schülerinnen und Schüler) müssen eine Klasse und einige Lehrkräfte zunächst zu Hause bleiben. Auch dort seien alle Betroffenen informiert worden. Im Betheler Berufskolleg (660 Schülerinnen und Schüler) wurden die direkt Betroffenen ebenfalls informiert.

„Wir wollen die Ausdehnung von Corona eindämmen“, betonte Nürnberger. Von den 20 neuen Stellen, die das Gesundheitsamt dafür per Dringlichkeit bewilligt bekommen habe, seien bereits die ersten besetzt.

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