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»Bi-Cycle« im Jahnplatz-Tiefgeschoss soll Platz für 1720 Räder bieten

Das Fahrradparkhaus »unter Tage« kommt

Bielefeld (WB). Der Name steht schon fest: Zweideutig-eindeutig soll das neue Fahrradparkhaus unter dem Jahnplatz »Bi-Cycle« heißen, eine Mischung aus »Bielefeld« und dem englischen Wort für Fahrrad, »bicycle«.

Michael Schläger

Unterm Jahnplatz soll »Bi-Cycle« entstehen, das neue Fahrradparkhaus. Foto: Pierel

Platz für maximal 1720 Fahrräder , Lastenräder, E-Bikes oder E-Scooter soll im Untergrund geschaffen werden – dort, wo sich heute noch das Jahnplatz-Forum befindet. Der Kostenrahmen steht auch fest: 4,74 Millionen sind veranschlagt, 3,55 Millionen würde der Bundesinnenminister übernehmen.

Plus der Kaufpreis für die Passage, plus der Kaufpreis für das Untergeschoss des früheren Opitz-Kaufhauses, plus Planungskosten in Höhe von 650.000 Euro und zusätzliche Personalkosten für die Baubegleitung. Das Ganze muss schnell gehen, damit die Zuschüsse nicht verfallen. 2023 könnte Eröffnung sein, ein Jahr nach Fertigstellung der umgestalteten Jahnplatz-Oberfläche.

Ausschuss fällt Entscheidung

Aber erst einmal sind jetzt die Politiker an der Reihe. Am Dienstag, 29. Oktober, soll der Stadtentwicklungsausschuss den notwendigen Beschluss fassen. Zwei Tage später ist »Bi-Cycle« Thema in der Bezirksvertretung Mitte. Nächster Schritt: der Erwerb des Forums. Mit dem Eigentümer, der israelischen Elad-Gruppe, scheint eine Einigung erzielt worden zu sein.

Die Fläche der Wäscheabteilung des früheren Kaufhauses Opitz wird benötigt, damit vom Niederwall aus eine Zufahrtrampe in den Jahnplatz-Tunnel entstehen kann. Eine Zufahrtspindel ist an der Alfred-Bozi-Straße in Höhe von Sport Scheck geplant. Die Verbindung zur Stadtbahnstation wird bestehen bleiben, ebenso der Aufgang zur Bahnhofstraße. Ein Zugang von der Niedernstraße soll dagegen nicht mehr möglich sein. Auch der Fahrstuhl vom Jahnplatz ins Untergeschoss fällt weg. Denkbar wäre dagegen noch eine Treppen-Schieberampe in Höhe von Fielmann Optik. Diese würde auch an der Alfred-Bozi-Straße entstehen, wenn dort der technische Aufwand für eine Spindel zu hoch wäre. Schon jetzt ist klar: In dem Bereich wären erhebliche Leitungsverlegungen erforderlich.

Mobiel betreibt Fahrradparkhaus

All diese Details sind in den Varianten S und S2 enthalten, die die Planer den Politikern empfehlen. Insgesamt waren vier Varianten geprüft worden. Deren Umsetzung hätte je nach Plan zwischen drei Millionen und 8,1 Millionen Euro gekostet.

Betrieben werden soll »Bi-Cycle« von den Verkehrsbetrieben Mobiel, die auch schon für das Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof verantwortlich zeichnen. In der unterirdischen Fahrradgarage werden auch Flächen zum Beispiel für ein Fahrradgeschäft oder für Gastronomie zur Verfügung stehen. Auch eine öffentliche Toilettenanlage soll entstehen.

Um den konkreten Stellplatzbedarf beurteilen zu können, hatte die Stadt ein Aachener Ingenieurbüro mit der Erstellung einer Studie beauftragt. Dabei wurde ein Stellplatzbedarf von 1500 Plätzen mit Erweiterungsmöglichkeiten ermittelt.

Die Stadt Bielefeld verfolgt derzeit eine Reihe von Zielen, um den Klimaschutz zu verbessern. Durch eine Mobilitätswende soll insbesondere der Fahrradanteil am Gesamtverkehrsaufkommen von derzeit 18 auf 25 Prozent gesteigert werden und der Autoverkehr deutlich von aktuell 51 Prozent auf 25 Prozent gesenkt werden, beides bis 2030. Ebenfalls soll die Innenstadt möglichst emissionsfrei werden. Wichtiger Bestandteil dieser Strategie sei das geplante Fahrradparkhaus,heißt es aus dem Rathaus.

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