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Frankfurter Investoren erwerben Passage von Elad-Gruppe – Stadt Bielefeld verzichtet auf ihr Vorkaufsrecht

Das Jahnplatz-Forum ist verkauft

Bielefeld

Das Jahnplatz-Forum wechselt den Besitzer. Die in israelischem Besitz befindliche Elad- Gruppe aus Frankfurt hat die unterirdische Ladenpassage an die ebenfalls in Frankfurt ansässige Zamberk Real Estate Ventures GmbH (ZREV) und den Immobilieninvestor Philipp Freiherr von Bechtolsheim verkauft.

Michael Schläger

Gähnende Leere unterm Jahnplatz: In der Passage gibt es immer weniger Geschäfte. Foto: Bernhard Pierel

Die Stadt Bielefeld verzichtet dafür auf ihr Vorkaufsrecht. Diesem Verzicht muss der Rat in seiner Sitzung an diesem Donnerstag noch zustimmen. Der Kaufpreis liegt nach Informationen dieser Zeitung bei rund sechs Millionen Euro. In den Kaufpreis eingeschlossen sind auch der Pavillon auf der Niederwall-Seite (Pizza Hut) sowie der Kiosk mit Bratwurstverkauf auf der Seite der Bahnhofstraße.

Mit dem Verkauf und dem Verzicht auf das Vorkaufsrecht wären alle Überlegungen hinfällig, die Passage für städtische Zwecke zu nutzen. Die Pläne, im Jahnplatz- Tiefparterre ein Fahrradparkhaus einzurichten, waren Ende 2019 gestoppt worden. Zuletzt hatte es noch Überlegungen geben, in der Passage ein Jugendkulturforum zu etablieren.

Was der neue Eigentümer mit der Passage vorhat, ist noch unklar. Seit Jahren gibt es unter dem Jahnplatz viele Leerstände. Bemühungen, die Passage etwa durch einen neuen Foodcourt attraktiver zu gestalten, scheiterten. Zudem gibt es einen gewaltigen Sanierungsstau. Investiert werden müsste vor allem in den Brandschutz, in Heizungs- und Rolltreppenanlagen. In den bisherigen Pizza-Hut-Pavillon wird 2022 die „Bar Celona“ einziehen, neben dem Schloßhof einen weiteren Standort eröffnen. Daran soll sich auch durch den Verkauf nichts ändern.

Nachdem der Ankauf der Passage durch die Stadt gescheitert war, hatte die Elad Gruppe das Jahnplatz-Forum über das Maklerunternehmen BNP Paribas Real Estate zum Kauf angeboten. Offizieller Erwerber ist jetzt die ZvB Bielefeld GmbH. Die Gesellschaft gehört zu einem Netzwerk aus Firmen und Projekten, das von Joseph Zamberk und von Bechtolsheim unterhalten wird. Zamberks ZREV wurde 2015 gegründet, verwaltet deutschlandweit Büro-, Hotel-, Handels- und Lagerimmobilien mit einer Gesamtfläche von 100.000 Quadratmetern. Philipp Freiherr von Bechtolsheim soll seit den 90er Jahren im Immobiliengeschäft tätig sein, war zuvor unter anderem bei der Deutschen Bahn und der West LB tätig. Ausgenommen von dem Verkauf bleiben die unterirdischen Verkaufsräume des früheren Opitz-Hauses. Sie sind im Besitz der Grevener Sahle-Wohnen, der auch das frühere Warenhaus gehört, in dem heute TK-Maxx Hauptmieter ist.

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