1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Bielefeld
  6. >
  7. „Dem Wasser folgen“:  Neue Ausstellung in der Kunsthalle Bielefeld

  8. >

Ab 4. Juni

„Dem Wasser folgen“:  Neue Ausstellung in der Kunsthalle Bielefeld

Bielefeld

Die Kunsthalle Bielefeld widmet vom 4. Juni bis 16. Oktober dem Wasser in der zeitgenössischen und modernen Kunst eine große international besetzte Gruppenausstellung. Ausgehend von ihrer Sammlung der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts geht die Ausstellung „Dem Wasser folgen“ den vielgestaltigen Erscheinungs- und Wahrnehmungsformen des Wassers nach und versammelt die Werke rund fünfzig internationaler Künstlerinnen und Künstler.

Ernst Biedermann: Weiher, um 1910, Öl auf Leinwand. Foto: Philipp Ottendoerfer

Die als Sammlungsrundgang konzipierte Ausstellung wird unterbrochen von ausgewählten zeitgenössischen Positionen. In Malereien, Fotografien, Videoarbeiten, Performances, Zeichnungen und Skulpturen verbinden sich Darstellungen vom Meer, von Seen, Flüssen und Häfen mit Werken, die das Wasser als Material nutzen und es mit den drängenden Fragen unserer Zeit verschränken.

Gemeinsam spannen sie ein breites Projektionsfeld auf: Wasser als Idyll, Ressource, Handelsweg und Ware, Wasser als Medium und Indikator der Transformation, der Vitalität und Wasser als Verortung von Lebensraum oder Heimat und Flucht. „Hier wird deutlich, dass es bei Darstellungen von Wasser fast nie um das Wasser selbst geht. Dem Wasser zu folgen, bedeutet, sich vielschichtigen Themen zu widmen, die Kultur, Natur, Politik, Wirtschaft, Körper und Geist betreffen“, betonen Laura Rehme und Dr. Linda Walther, die Kuratorinnen der Ausstellung.

Karl Ellermann: Schneelandschaft, 1909, Öl auf Leinwand. Foto: Philipp Ottendoerfer

Die lithografische Serie „Still Water (The River Thames, for Example – 1997-99)“ der US-amerikanischen Künstlerin Roni Horn (geboren 1955) ist ein impulsgebender Bezugspunkt der Ausstellung. Die 15-teilige Arbeit zieht sich durch die Ausstellungsräume. Jedes Werk zeigt eine andere Wasseroberfläche und hebt das veränderliche, mehrdeutige Wesen des Wassers hervor.

Carolina Caycedo: Thanks For Hosting Us, We Are Healing Our Broken Bodies 2019. Foto: Commonwealth and Council

In anderen Arbeiten ist das Wasser nur noch durch die Spuren sichtbar, die es hinterlassen hat, wie etwa in Katinka Bocks (*1976) Kupfer-Skulpturen „Toxic Fountain“ (2019) und „Sonar International“ (2021), die im Vorfeld der Ausstellung ein Jahr lang dem Bielefelder Wasser ausgesetzt waren.

In der Sammlung der Kunsthalle Bielefeld findet sich das Wasser in Gemälden von Ferdinand Hodler, Gabriele Münter und Kenneth Noland. Auch bisher seltener gesehene Arbeiten werden präsentiert, etwa von Karl Ellermann, Hella Guth und Ernst Sagewka. Das Wasser durchfließt die Kunstgeschichte und bringt ebenso Skulpturen von Henri Gaudier-Brzeska und Jacques Lipchitz ans Licht, Fotografien von Hiroshi Sugimoto und den Film zu Robert Smithsons spektakulärer „Spiral Jetty“ (1970), einem mehrere hundert Quadratmeter großen Kunstwerk im Great Salt Lake in Utah.

Max Ernst: Trois oiseaux dans un bateau (Drei Vögel in einem Boot), 1959, Öl auf Holz. Foto: VG Bild-Kunst

„Wasser ist unsere wichtigste Ressource. Als Motiv und Metapher verhält es sich ähnlich wie das Element selbst: es fließt, ist nie vollständig greif- oder haltbar und im steten Wandel. Es verweist auf unterschiedliche und widersprüchliche Dinge wie Ursprung, Entstehung, Leben, Zeitlichkeit oder Heimat, Freizeit, Handel, Grenze oder Gefahr“, sagt Christina Végh, Direktorin der Kunsthalle Bielefeld. Die Vernissage findet am 3. Juni um 18 Uhr statt.

Lyonel Feininger: Barque at Sea, 1936, Öl auf Rupfen. Foto: Philipp Ottendoerfer
Ferdinand Hodler: Am Fuß des Mont Salève, um 1890, Öl auf Leinwand. Foto: Nachlass Herta König

Startseite
ANZEIGE