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Dr. Roland Csorba wird Chefarzt der Frauenklinik am Bielefelder Klösterchen

„Den Richtigen gefunden“

Bielefeld (WB). Einen geschickten Operateur mit vielfältigen Fähigkeiten, der die Geburtshilfe ebenso beherrsche wie die operative und onkologische Gynäkologie, habe man mit Privatdozent Dr. Roland Csorba gefunden, freut sich der Geschäftsführer des Franziskus Hospitals, Dr. Georg Rüter. Csorba übernimmt am 1. September als Chefarzt die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe des Klösterchen.

Sabine Schulze

Freuen sich auf die Zusammenarbeit in der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe des Klösterchens (von links): Heinz Flege, Dr. Georg Rüter, Prof. Dr. Oliver Micke als Ärztlicher Direktor und Privatdozent Dr. Roland Csorba. Foto: Bernhard Pierel

Der 48-Jährige ist gebürtiger Ungar und hat in Debrecen studiert, einer der großen Medizinfakultäten seiner Heimat mit einer Frauenklinik, in der jedes Jahr 3500 Kinder geboren werden. Um Erfahrungen zu sammeln, ist er nach seiner Ausbildung „auf Reisen“ gegangen, war in Großbritannien in Cambridge und Oxford und anschließend in den USA in Philadelphia und San Diego. „Dann wollte ich gerne nach Deutschland, um hier die Sprache zu lernen“, erzählt er. Er recherchierte, bewarb sich am Klinikum Aschaffenburg, wo mit Prof. Dr. Alexander Teichmann einer der führenden Gynäkologen des Landes Chefarzt war. Nach einem Jahr wurde Csorba dort Leitender Oberarzt und blieb sechs Jahre – bis ihn der Ruf aus dem Klösterchen ereilte.

Mehr Geburten als im Vorjahr

„Wir haben Wert darauf gelegt, einen Fachmann für die gynäkologische Onkologie zu bekommen und jemanden, der die Geburtshilfe beherrscht auch, wenn es einmal kompliziert wird“, sagt Rüter. Und er habe in Aschaffenburg erfahren, dass Csorba immer der Erste gewesen sei, der gerufen wurde.

Die Frauenklinik des Franziskus Hospitals, betont Rüter, stehe aktuell gesund da: Etwa 1200 Geburten gebe es in der seit vier Jahren als „babyfreundlich“ zertifizierten Geburtsklinik, bei einer gegen dem Markt steigenden Tendenz: Ende August wurden 5,8 Prozent mehr Geburten als im Vorjahr registriert.

Aber auch die gynäkologische Tumorbehandlung spielt eine große Rolle, im zertifizierten Brustzentrum werden jedes Jahr 250 Brustkrebsersterkrankungen behandelt und 200 Operationen durchgeführt. Für beides, ist Heinz Flege als Vorsitzender des Verwaltungsrates überzeugt, habe man mit Csorba nun den Richtigen gefunden.

Der wiederum hat sich seine neue Wirkungsstätte ebenfalls genau angeschaut. „Ich wollte unbedingt an ein Krankenhaus, an dem operative Gynäkologie und Geburtshilfe nicht getrennt sind“, betont er. Denn so tragisch es sei, komme es doch erfahrungsgemäß bei tausend Geburten in einem Fall zu Komplikationen. „Und dann sollte ein guter Operateur da sein.“

Ein seltenes Spezialgebiet hat der 48-Jährige zudem: Er beherrscht die Kinder-Gynäkologie, die schon bei Neugeborenen beginnt. Durchblutungsstörungen oder Fisteln können auch schon in jungen Jahren auftreten, ebenso aber nimmt Csorba Eingriffe nach sexuellem Missbrauch, der mit Verletzungen einhergeht, oder nach Unfällen vor.

Lehrkrankenhaus für die Uni Hannover

Der neue Chefarzt legt Wert darauf, auch künftig wissenschaftlich arbeiten und lehren zu können. Beides könne er am Franziskus Hospital: Das ist Lehrkrankenhaus für die Universität Hannover und strebt zudem mit einem Verbund um die Uniklinik Hannover die Zertifizierung als Comprehensive Cancer Center, also als Onkologisches Spitzenzentrum, an. Das sei, sagt Rüter, „die oberste Liga“.

„Wichtig sind mir aber auch andere Dinge: Loyalität, Ambition und Teamfähigkeit. Ohne Anästhesie, ohne Hebammen, Chirurgen und womöglich auch Gefäßchirurgie geht es nicht“, sagt Dr. Roland Csorba. Außerdem möchte er, dass „seine“ Klinik für den medizinischen Nachwuchs attraktiv ist. Und vor allem: „Patientinnen sollen nicht nur gesund, sondern auch zufrieden aus dem Krankenhaus entlassen werden.“

Dr. Roland Csorba kommt nicht alleine nach Bielefeld, seine Lebensgefährtin zieht ebenfalls hierher. Engen Kontakt pflegt er auch zu seiner Familie in Ungarn. Seine Mutter war dort Lehrerin, sein Vater praktiziert noch als Kinderarzt. Und die Schwester ist Strafrichterin. Zu seinen Hobbys gehört der Sport: Neben dem Training der Fitness spielt der 48-Jährige gerne Tennis.

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