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24 Architektur-Studenten zeigen ihre Entwürfe

Denkanstöße für die Kunsthallen-Erweiterung

Bielefeld (WB). Es sind Denkanstöße, die Architekturstudenten aus Detmold und Bochum geben. Sie greifen aber ein Thema auf, dass Bielefeld seit Jahrzehnten immer wieder umtreibt: die Erweiterung der Kunsthalle .

Burgit Hörttrich

Der Entwurf von Studentin Anna Holthenrich zeigt einen Turm für mediale und digitale Künste – in direkter Nachbarschaft zur Kunsthalle. Foto:

Ohne falsche Ehrfurcht zeigen die 24 Studenten (3. Semester Masterstudium), wie sie sich vorstellen könnten, nicht nur mehr Platz zu schaffen für Kunsthallen-Ausstellungen speziell für Video, Performance, Installation, sondern auch den Stadtraum aufzuwerten. Prof. Tilllmann Wagner sagt zwar, dass die Kunsthalle »eine Ikone der modernen Architektur« sei, es aber nicht verboten sein könne, die Sprache des Kunsthallen-Architekten Philip Johnson aufzugreifen und eigene Positionen zu zeigen.

Kunsthallen-Direktor Dr. Frie­drich Meschede nennt die Ausstellung, die bis zum 14. Januar im unteren Foyer des Museums zu sehen ist, nicht umsonst »Johnson plus«. Für ihn ist ein »Plus« notwendig – eine, wie er sagt, »neue Signatur neben derjenigen von Johnson wünschenswert«. Meschede erinnert daran, dass bereits zehn Jahre nach Eröffnung der Kunsthalle die Notwendigkeit für eine Erweiterung der »Festung für die Kunst« erkannt worden sei. Er selbst brachte 2012 einen Entwurf des japanischen Architekten Sou Fujimoto ins Spiel – allein: Alle Vorhaben scheiterten bislang an der (fehlenden) Finanzierung.

Baukosten spielen bei den studentischen Entwürfen keine Rolle

Profane Dinge wie Baukosten spielen bei den studentischen Entwürfen keine Rolle, ebenso wenig der Denkmalschutz. Sie hatten die Chance zu zeigen, wie sie sich ein zeitgenössisches Museum für zeitgenössische Kunst vorstellen.

Dafür wird (im Modell) durchaus auch großflächig abgerissen. Ronja Fischer wagt es sogar, eine Art von Tabubruch zu begehen: Sie baut unmittelbar an die Kunsthalle an. Weil die Erweiterung vor allem dazu gedacht sein soll, der Medienkunst Raum zu bieten, sind die meisten Entwürfe mehr oder weniger große, weitgehend fensterlose Monolithen – mal (kleines) Hochhaus, mal eine Kombination von Ausstellungs- und Bürofläche, mal unterirdisch angeordnet. Entwürfe erinnern entfernt an die Opfer in Oslo oder in ihrer Anordnung an den Skulpturenpark des Museum of Modern Art in New York.

Die Studenten haben sich zunächst mit dem Stand des Museumsbaus heute auseinander gesetzt, bevor sie sich an eigene Entwürfe gemacht haben. Arbeiten von 24 Studenten sind zu sehen. »Die besten«, sagt Tillmann Wagner und ergänzt: »Es war eine komplexe Aufgabe, nicht alle haben abgeschlossen.« Für ihn mit entscheidend: die »lyrische Verdichtung. Die Entwürfe müssen Poesie haben.«

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