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Erneuter Vorstoß der Bielefelderin Christina Végh, Museen für Schulklassen zu öffnen

Der Ball liegt jetzt beim Land

Bielefeld

Schulen und Museen sind geschlossen. Während Klassenzimmer häufig klein und eng sind, bieten Museen weitläufige Räumlichkeiten und viel Wissen.

Uta Jostwerner

Kunsthallen-Direktorin Christina Végh Foto:

„Viele Inhalte in unseren Ausstellungen sind auch in einem Schulcurriculum vorhanden“, betonte Christina Végh jetzt in einem Interview, das sie dem Deutschlandfunk gab. Die Direktorin der Kunsthalle Bielefeld hat in den vergangenen Wochen immer wieder mal den Vorschlag unterbreitet, Museen für Schulklassen zu öffnen. „Wir stehen im intensiven Gespräch mit den Schulen“, gab Végh kürzlich am Rande ihrer Programm-Konferenz auch gegenüber dem WESTFALEN-BLATT zu Protokoll.

Die museumspädagogischen Programme der Kunsthalle seien ausbaufähig. Vorhandenes Wissen könne in dieser ungewöhnlichen Zeit der Pandemie an Schülerinnen und Schüler weitergegeben werden, so Végh. Allerdings sei nicht angedacht, den Unterricht eins zu eins in die Kunsthalle zu verlegen und das Museum zum Klassenzimmer zu machen, räumt die Kunsthallen-Direktorin ein, die jetzt auf grünes Licht von Seiten der Politik wartet.

Zwei Malefizsteine

„Um eine Öffnung der Museen für Schulklassen zu erreichen, müssten zunächst zwei Malefizsteine aus dem Weg geräumt werden“, verdeutlicht Dr. Udo Witthaus, Dezernent für Schule, Bürger und Kultur. Zum einen müsste die Corona-Schutzverordnung des Landes insofern geändert werden, dass eine zweckgebundene Öffnung für bestimmte Besuchergruppen wie Schulklassen wieder erlaubt sei. Zum anderen müsste von Seiten des Schulministeriums grünes Licht erfolgen, dass Schulklassen zum Zweck der kulturellen Bildung Museen aufsuchen dürfen.

Fraglich bleibt, ob Schulen, die während der gesamten Pandemiezeit ohnehin organisatorisch stark belastet sind, zusätzliche Kapazitäten finden, ganze Schulklassen zu außerschulischen Bildungsorten zu bringen. Witthaus: „Zwar haben wir im Zuge des neuen Kulturentwicklungsplanes an allen Schulen Kulturbeauftragte eingesetzt, die mit Christina Végh im regelmäßigen Gespräch stehen. Ob sich jedoch im Schulbetrieb Zeiträume für Museumsbesuche finden lassen, das muss im Einzelfall jede Schule selbst entscheiden.“

Wie berichtet, werden die Schulen für Grundschüler und Abschlussklassen ab kommenden Montag, 22. Februar, wieder geöffnet. Sie erhalten dann Blockweise Präsenz- und Distanzunterricht. Alle anderen Jahrgänge werden vorerst weiterhin online zuhause unterrichtet.

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