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Rechtsabbiegen bei roter Ampel erlaubt – Testlauf unter Beobachtung

Der erste grüne Pfeil für Radfahrer

Bielefeld (WB). Ihren ersten grünen Pfeil haben Radfahrer in Bielefeld seit Dienstagmittag: Wer mit dem Radl vom Niederwall kommend nach rechts in die Kreuzstraße einbiegen will, muss auch bei roter Ampel nicht mehr halten. Allerdings enthebt das nicht davon, auf querende Fußgänger und Radfahrer,die von links kommen, zu achten: Die haben nämlich Vorrang.

Sabine Schulze

Gabriele Weber und Barbara Choryan an der Kreuzung Niederwall/Kreuzstraße. Dort montieren Christopher Bilan (links) und Jan Mellies just den „Grünpfeil“ Foto: Thomas F. Starke

Im April wurde der „Grünpfeil“ nur für den Radverkehr in der Straßenverkehrsordnung eingeführt, Dienstagmittag haben Christopher Bilan und Jan Mellies vom Umweltbetrieb das erste entsprechende Schild am Ampelpfosten vis-a-vis des Landgerichts angebracht. Nicht jeder Radfahrer mochte dem aber sofort trauen.

Weitere Kreuzungen sollen folgen

Zwei weitere Kreuzungen – womöglich entlang der Artur-Ladebeck-Straße – sollen noch in diesem Jahr den Grünpfeil für Radfahrer erhalten, sagt Gabriele Weber vom Amt für Verkehr. Verkehrszählungen und Beobachtungen sollen folgen, um dann entscheiden zu können, ob dieser Testlauf erfolgreich war und es mehr Grünpfeile geben soll. „Mit Vorrang werden wir Radhauptrouten angehen“, sagt Weber.

Knapp 350 Ampelkreuzungen gibt es insgesamt in Bielefeld, längst nicht alle kommen für den grünen Pfeil in Frage. „Voraussetzung ist zum Beispiel, dass die Radfahrer nach dem Rechtsabbiegen auf einen benutzungspflichtigen Radweg kommen“, erklärt Weber. Ausschlusskriterien sind hingegen, wenn eine Ampelkreuzung eigens für einen Schulweg installiert wurden oder eine Kreuzung nicht einsehbar ist.

Brandneu: Schild „Radfahrer überholen verboten“

Ohnehin gilt als elegantere Lösung, wenn bei Neuplanungen die bauliche Gestaltung von vorne herein vorsieht, den Radverkehr rechts an der Ampel vorbeizuführen. „Dann darf der Radfahrer das Rotlicht ignorieren.“ Wo es möglich sei, sagen Weber und die Nahmobilitätsbeauftragte Barbara Choryan, werde so geplant.

Ebenfalls brandneu ist ein Verkehrsschild, das Autofahrern das Überholen an Stellen verbietet, an denen sie nicht anderthalb Meter Sicherheitsabstand zu Rad- und Mofafahrern einhalten können. „Sie sollen an den neuralgischen Punkten angebracht werden“, sagt Olaf Lewald, Leiter des Amtes für Verkehr. Ziel ist, das Radfahren sicherer zu machen und den Radverkehr in Bielefeld auszubauen.

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