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Bielefelder Alpenverein eröffnet sein Alpin-Zentrum an der Meisenstraße am 18. Januar

Der neue „Hausberg“ ist fast fertig

Bielefeld (WB). Für Bielefeld ist es eine neue Sportstätte der Extraklasse, für die heimische Sektion des Alpenvereins bedeutet es einen kompletten Neustart. Am 18. Januar eröffnet der Verein sein neues Alpin-Zentrum auf dem GAB-Gelände an der Meisenstraße in Sieker; es dürfte zum Treffpunkt für Kletterfreunde weit über die Grenzen der Stadt hinaus werden.

Hendrik Uffmann

Betriebsleiter Daniel Buse in der großen Kletterhalle, in der es für die Sportler bis auf mehr als 15 Meter Höhe geht. Foto: Hendrik Uffmann

110 verschiedene Routen

Denn allein in der großen Kletterhalle gibt es 110 verschiedene Routen, sagt Daniel Buse, der als Betriebsleiter für das Alpin-Zentrum zuständig ist. Und mindestens viermal im Jahr werden diese Routen erneuert, so dass es auch für regelmäßige Besucher immer neue Herausforderungen geben werde, ergänzt Jens Tönsing vom vierköpfigen Vorstand des Bielefelder Alpenvereins.

Derzeit laufen die Arbeiten in dem Gebäude noch auf Hochtouren. Während das Gerüst auf der Außenseite inzwischen verschwunden ist, gibt es im Inneren noch viel zu tun, unter anderem in den Sanitärräumen und an dem künftigen Bistro-Bereich.

Das Herzstück, die eigentlichen Kletterbereiche, sind jedoch schon so gut wie fertig, 10.000 Haltegriffe für die Routen sind montiert. Angebracht sind diese in drei Bereichen. Im Erdgeschoss sowie im ersten Obergeschoss gibt es jeweils eine Boulder-Halle. Dort können Kletterer ohne Seilsicherung bis zu einer Höhe von 4,50 Metern klettern, der Boden ist mit weichen Matten gepolstert.

Die Außenkletterwand soll aus Kostengründen zu einem späteren Zeitpunkt gebaut werden, Sponsoren werden noch gesucht. Foto: Uffmann

„Es gibt hier alles, was der Indoor-Klettersport zu bieten hat“

Bis auf genau 15,23 Meter Höhe geht es in der großen Kletterhalle, wo die Sportler an Seilen gesichert unterwegs sind. Die Schwierigkeitsgrade reichen von 4 bis 10. Geklettert wir hier üblicherweise in Zweierteams, da es für jeden Sportler eine Sicherung geben muss. „Es gibt aber auch einige automatische Sicherungsanlagen“, erklärt Daniel Buse. Installiert ist auch eine Speedkletterwand, die die Normen für Wettbewerbe erfüllt. „Es gibt hier alles, was der Indoor-Klettersport zu bieten hat“, sagt Jens Tönsing.

10.000 Haltegriffe sind bereits an den Wänden angeschraubt, weitere stehen für neue Routen bereit. Foto: Uffmann

Hinter den Kletterwänden verbirgt sich eine ausgeklügelte und „maßgeschneiderte“ Holzkonstruktion, die eine Spezialfirma aus Süddeutschland millimetergenau konstruiert und dann vor Ort aus den Einzelteilen zusammengesetzt hat. „Das allein sind 36 Tonnen Holz“, erläutert Volker Wilde vom Alpenverein-Vorstand.

Eine weitere Besonderheit ist das Lüftungssystem, das Frischluft durch kleine Löcher in den Wänden in die Kletterbereiche befördert. Wichtig sei dies auch, um den Staub, der durch das Talkum, das die Sportler gegen rutschige Hände benutzen, abzusaugen, erläutert Daniel Buse.

Jens Tönsing (von links) und Volker Wilde vom Vorstand und Betriebsleiter Daniel Buse in einer der Boulder-Hallen. Foto: Uffmann

Außenkletterwand bis 2021

Aus Kostengründen zunächst nicht gebaut wird die Außenkletterwand; bis 2021 soll aber auch diese installiert werden.

Über die eigentlichen Klettermöglichkeiten hinaus soll es Kurse und Schulungen geben, die auf Touren am Berg vorbereiten. Öffnen wird der Alpenverein das Alpin-Zentrum auch für den Schul- und Unisport, Gespräche dazu habe es schon gegeben, so Jens Tönsing. Und Volker Wilde betont, dass das gesamte Gebäude barrierefrei sei und es auch inklusive Angebote für Menschen mit und ohne Behinderung geben soll.

4,9 Millionen Euro brutto wird das neue Alpin-Zentrum kosten. Diesen strikten Rahmen hatte der Bielefelder Alpenverein zuvor bei einer Mitgliederversammlungen festgelegt, und dieser werde eingehalten, versichert Volker Wilde. Aus Mitteln der Sportförderung erhält der Verein 1,67 Millionen Euro.

Hinter den Kletterwänden steckt eine ausgeklügelte Tragkonstruktion, in der 36 Tonnen Holz verbaut sind. Foto: Uffmann

Für die Bielefelder Sektion bedeuten das Alpin-Zentrum und der Abschied vom „Speicher“ auf dem GAB-Gelände, in dem bislang geklettert wird, einen kompletten Neustart, betonen Wilde und Tönsing. Unter anderem erwartet der Verein mit aktuell 3850 Mitgliedern einen deutlichen Zuwachs.

Geöffnet sein wird das Alpin-Zentrum jedoch für alle Kletterbegeisterten. An fast allen Tagen im Jahr soll das Zentrum nach der Eröffnung am 18. Januar montags bis freitags von 10 bis 22 Uhr sowie samstags und Sonntags von 10 bis 21 Uhr geöffnet sein.

Noch wird im Inneren kräftig gearbeitet – auch im künftigen Bistro-Bereich im Foyer des Alpin-Zentrums. Foto: Uffmann
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