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Bielefelder Verein hat durch die Corona-Pandemie starke finanzielle Einbußen

Der Tier-Tisch braucht Hilfe

Bielefeld

Die Pandemie verlangt vielfältig ihren Tribut: Auch Tierbesitzer geraten durch die Coronakrise und andere unvorhersehbare Ereignisse in finanzielle Not. In der Folge können sie ihrem Haustier dann oft keine artgerechte Versorgung mehr ermöglichen.

Nadine Niehenker

Die Gründungsmitglieder Ute Wattenberg-Stuckenbrock, Yvonne Fischer und Melanie Sürken (von links) hoffen auf viele Spenden für den Tier-Tisch. Foto: Foto: Nadine Niehenker

Der Verein Tier-Tisch Bielefeld hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Menschen und Tieren zu helfen, damit sie sich nicht aus finanziellen Gründen trennen müssen. Für diese Arbeit ist das ehrenamtliche Team auf Spenden angewiesen, damit samstags weiterhin gesammelte Futter- und Zubehörspenden an Bedürftige verteilt werden können. So ist es den Tierfreunden möglich, Hund, Katze und Kaninchen trotz der Umstände zu behalten.

„Zahlreiche Menschen haben sicherlich auch durch die Pandemie ihren Arbeitsplatz verloren. Viele von ihnen wissen gar nicht, dass es den Tier-Tisch gibt. Man muss seine Tiere nicht abgeben, nur weil das Geld gerade knapp ist“, erklärt Gründungsmitglied Melanie Sürken. Obwohl die Gründungsmitglieder zu Beginn noch auf finanzielle Ressourcen aus eigener Tasche zurückgreifen mussten, etablierte sich der Verein schnell und gewann viele Sponsoren, die den Verein auch heute noch unterstützen. Auch das angebotene Sortiment konnte erweitert werden: „Außer Futter bieten wir auch Zubehör, Leckerlis oder rohes Fleisch für Allergiker an. Wir versuchen, für die Tiere artgerechte Produkte zu haben – auch, damit die Tierarztkosten minimiert werden können“, erklärt Yvonne Fischer, die ebenfalls an der Gründung des Tier-Tischs beteiligt war.

Beimanchen Menschen stoße das ehrenamtliche Engagement jedoch auf Unverständnis. Ute Wattenberg-Stuckenbrock, erste Vorsitzende des Vereins, erklärt: „Die meisten, die auf den Tier-Tisch angewiesen sind, sind schwer kranke Menschen, die aus dem Arbeitsleben gerissen wurden, die vielleicht wenig Rente bekommen, weil sie noch so jung sind. Viele von ihnen haben sogar ein Attest, dass sie ein Tier benötigen, um eine Aufgabe zu haben und nicht zu verwahrlosen oder zu vereinsamen.“

Die meisten von ihnen gehörten zur Risikogruppe und hätten Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus. Das merke man an der wöchentlich sinkenden Zahl von Menschen, die ihre Hilfe in Anspruch nähmen. Neben den drei Gründungsmitgliedern arbeiten sechs weitere ehrenamtliche Mitarbeiter für die Tiertafel. Auch wenn generelle Tierarztkosten nicht übernommen werden können, kümmert sich außerdem die Tierheilpraktikerin Astrid Schneider um kleinere Wehwehchen der Tiere.

Auch der Tier-Tisch selbst leidet unter der Pandemie, hat durch abgesagte Veranstaltungen finanzielle Einbußen und hofft, dass tierliebe Menschen sich ein Herz fassen und den Verein unterstützen.

Melanie Sürken zeigt sich besorgt: „Veranstaltungen, die normalerweise Spenden einbringen, wie der ‚Tag des Hundes‘ und die Basare im Tierheim, fanden alle nicht statt, aber die Fixkosten bleiben natürlich. Wir hoffen, dass wir auf den TierTisch aufmerksam machen und so auch einige Sponsoren für unseren Verein dazu gewinnen können.“

An diesem Samstag öffnet der Tier-Tisch in diesem Jahr zum letzten Mal seine Türen, bevor es bis zum 12. Januar in die Winterpause geht. Um den Tierhaltern eine kleine Freude zu machen, haben sich die Tierfreunde etwas Besonderes ausgedacht. Auf jeden, der sich eine Futterspende abholt, wartet außerdem eine liebevoll gestaltete Weihnachtstüte.

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