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Ordnungsamt registriert am Wochenende täglich 130 Verstöße gegen das Kontaktverbot

„Der Ton wird gereizter“

Bielefeld (WB). Das Thermometer kratzt an der 20-Grad-Marke, die Menschen zieht es nach draußen. Die meisten hielten sich am Wochenende jedoch an das wegen der Corona-Krise geltende Kontaktverbot, das Menschenansammlungen verbietet. Im Schnitt 130 Verstöße pro Tag seien seit Freitag festgestellt worden, zog Ordnungsamtsleiter Friedhelm Feldmann am Sonntag eine erste Wochenendbilanz. Die Zahl sei noch im Rahmen, bewege sich auf dem Niveau, das schon am vergangenen Wochenende erreicht worden sei.

Michael Schläger

Wie hier beim Viadukt am Obersee waren am Wochenende viele Menschen unterwegs. Foto: Schläger

Toleranzschwelle lässt nach

Allerdings berichteten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes, die „vor Ort“ im Einsatz waren, dass die Toleranzschwelle der Bürger nachlasse. Die Bereitwilligkeit, nicht in größeren Gruppen unterwegs zu sein, gehe zurück, der Ton im Kontakt mit den Mitarbeitern des Ordnungsamtes werde gereizter, sagte Feldmann.

Dabei kommt es den Streifen des Ordnungsamtes nicht darauf an, Bußgelder zu verteilen. Vielmehr werde zunächst an die Einsicht der Menschen appelliert. „Es geht nach wie vor darum, die Verbreitung des Virus einzudämmen”, so Feldmann. Bei erteilten Platzverweisen würden die Namen der Betroffenen aufgenommen, um im Wiederholungsfall schließlich doch auf Bußgelder zurückzugreifen.

Am Obersee etwa waren am Samstag und Sonntag die Parkplätze voll, die Menschen waren als Spaziergänger, Jogger oder Radler unterwegs. Einige hatten sich ans Seeufer gesetzt, genossen die Sonne. Alles verlief im Rahmen. In der Melanchthonstraße wollte am Freitag ein Saxophonist seinen Nachbarn etwas Gutes tun, gab ein Fensterkonzert. Das zog jedoch so viele Passanten an, dass das Ordnungsamt einschreiten und auf die Einhaltung des Sicherheitsabstandes hinweisen musste. Neben den Mitarbeitern der städtischen Ordnungsbehörde ist auch die Bielefelder Polizei im Einsatz, um die Einhaltung des Kontaktverbotes durchzusetzen. Im Zeitraum vom 25. bis 31. März schrieben die Beamten 14 Ordnungswidrigkeitenanzeigen. Strafanzeigen wurden keine erstattet. Auffällig wurden 55 Erwachsene und drei Jugendliche.

Ostern mehr Streifen

Am Osterwochenende wird das Ordnungsamt seine Streifentätigkeit noch verstärken. Eine Sperrung von Parkplätzen an beliebten Ausfluszielen wie dem Tierpark Olderdissen sei nicht geplant, so Feldmann. Zu dieser Maßnahme hatten zuletzt andere Kommunen gegriffen, um den Andrang in Grenzen zu halten.

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