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Uni-Serie, Folge 38: Sportwissenschaftler Dirk Hormann arbeitet im Uni-Fitnesszentrum

Der Trainer der Trainer

Bielefeld (WB). Sportlich aktiv war Dirk Hormann schon immer, mit Leidenschaft und leistungsorientiert. Da ist es fast logisch, dass der 35-Jährige daraus einen Beruf gemacht hat: Der Sportwissenschaftler ist im Fitness- und Gesundheitszentrum der Universität Bielefeld quasi der Trainer der Trainer.

Sabine Schulze

Dirk Hormann möchte für das Krafttraining begeistern: Denn damit seien alle Muskeln zu stärken. Sein Tipp für den Alltag: einen Schrittzähler anschaffen. Foto:

Nach dem Abitur am Friedrich-von-Bodelschwingh-Gymnasium in Bielefeld-Bethel nahm Dirk Hormann zunächst das Studium der Germanistik und Anglistik auf. »Nach zwei Semestern habe ich aber zur Sportwissenschaft gewechselt«, erzählt er. Im Bachelorstudium hat er sich mehr mit Sport und Gesundheit befasst, im Masterstudium dann den Schwerpunkt auf Biomechanik und Sportpsychologie – eine Kombination, die ihm heute im »Unifit« zugute kommt.

Seit 2010 arbeitet er im Team des Fitnesszentrums der Uni mit, »nach einem Praktikum im Bachelorstudium bin ich als Trainer ins Team gekommen«, erzählt er. Dass es mittlerweile einen Diagnostikbereich im Unifit gibt, ist Dirk Hormann zu verdanken: Er hat ihn aufgebaut.

»Das Team ist gemischt. Die meisten sind Studenten.«

»Es ist gerade bei Einsteigern wichtig, den Muskel- und Fettanteil im Körper zu bestimmen, einen Krafttest zu machen, die Wirbelsäule zu screenen, nach Dysbalancen zu schauen und die Stärke der Bauch- und Rückenmuskulatur zu messen«, erklärt er. Dazu gehört die Frage nach Beschwerden, um ein Training darauf abzustimmen, gezielt die »Problemzonen« anzugehen und ein individuelles Programm zu erstellen.

Dirk Hormann schult die Teammitglieder – inclusive der Kursleiter und Trainer sind das 37 »Mann« – in der Diagnostik und bildet die Trainer des Unifit auch fort. »Das Team ist gemischt. Die meisten sind Studenten – im Gros aus der Sportwissenschaft –, einige von ihnen haben schon als Trainer gearbeitet.«

Klar, dass jemand, der im Unifit arbeitet, auch selbst dort trainiert: Dreimal in der Woche arbeitet Dirk Hormann an der Beinpresse oder mit Hanteln, diszipliniert und seit Jahren. Anderthalb Stunden sind es wenigstens, die Zeit benötige er, um alle Muskelgruppen zu trainieren. »Mein Ziel ist aber nicht das Bodybuilding, sondern die Verbesserung der Körperleistung.« Sicher, auch Ausdauertraining gehört dazu, »aber ich persönlich mag es lieber kurz und knackig«.

»Allgemein muss ein Training progressiv sein.«

Körperliche Leistung muss für Hormann messbar sein, er will einen Fortschritt sehen. »Allgemein muss ein Training progressiv sein, muss man mehr Wiederholungen schaffen, ein höheres Gewicht oder eine längere Haltezeit«, findet er. Denn mit der Leistungssteigerung komme auch die Motivation. Bis an seine Grenzen oder gar darüber hinaus müsse man allerdings nicht gehen. »Aber man sollte systematisch trainieren und nicht mal so und mal so.« Und wichtig für jeden, der Muskeln aufbauen will: Sie brauchen Ruhetage. »Muskeln wachsen in der Regenerationszeit. Das Training setzt dafür den Reiz.«

Die meisten Unifit-Besucher trainieren zwei- bis dreimal in der Woche. »Meine Aufgabe als Trainer ist dafür zu sorgen, dass sie planmäßig herangehen«, sagt Dirk Hormann. Zwischendurch sollte ein Trainingsprogramm auch überprüft werden: »Und wenn etwas nicht gut lief, sollte man es anpassen.« Zu den Aufgaben der Unifit-Mitarbeiter gehört auch die Korrektur von Übungen. »Wenn sie falsch ausgeführt werden, erreicht man nichts – oder womöglich das Gegenteil.«

Zum Unifit-Angebot gehört übrigens auch eine Ernährungsberatung. Was es hingegen nicht gibt sind Pülverchen und Säfte zur Leistungssteigerung oder als Nahrungsergänzung. »Das alles ist eigentlich nicht nötig. Proteinpulver ist zwar schneller angerührt, aber Quark oder ein Stück Fleisch tun es auch.«

Der Kontrast zum Sport sind für Dirk HormannScience fiction-Filme und -Bücher, Videospiele und Computertechnik. »Da bin ich ein Nerd«, sagt er schmunzelnd. Chips und Energydrinks gehören für ihn allerdings nicht dazu.

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