1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Bielefeld
  6. >
  7. Diamorphin nur für Bielefelder

  8. >

Stadt lehnt Pläne für OWL-weite Praxis ab

Diamorphin nur für Bielefelder

Bielefeld

Dass das Düsseldorfer Unternehmen „Medikus“ an der Nahariyastraße in der Nähe des Hauptbahnhofs eine Praxis einrichten will, die an Heroinabhängige den Ersatzstoff Diamorphin abgeben will, stößt bei der Verwaltung nicht auf komplette Ablehnung. Das städtische Büro für Integrierte Sozialplanung und Prävention will sie aber auf die Versorgung von Suchtpatienten aus Bielefeld beschränken.

In der früheren Hauptpost an der Nahariyastraße in Bielefeld soll eine Diamorphin-Praxis entstehen. Foto: Thomas F. Starke

„Medikus“ möchte hingegen ein Angebot für rund 300 Suchtpatienten aus ganz OWL einrichten. Aus Sicht der Stadt würde das aber der bisherigen Ausrichtung des Bielefelder Sucht- und Drogenkonzeptes widersprechen, das sich auf die Unterstützung von Menschen aus Bielefeld fokussiert. Dahinter steckt der Gedanke, dass Betroffenen ein ganzes Suchthilfesystem mit einer sozialen und medizinischen Versorgung angeboten wird, das ihnen möglichst viel Teilhabe im Lebensalltag bietet. Das aber setze Wohnortnähe voraus, wie das Büro für Integrierte Sozialplanung und Prävention in einer Vorlage für den Sozialausschuss mitteilt. Zu einer OWL-weiten Diamorphin-Praxis würden aber Süchtige aus der ganzen Region mehrmals pro Woche reisen. Das könnte das ohnehin schwierige Bahnhofsumfeld zusätzlich belasten.

Jetzt Angebot wählen und direkt weiterlesen!

ANZEIGE