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Kommentar zur Rolle der Stadtwerke Bielefeld – »Kontrolle muss gewährleistet bleiben«

Die Alleskönner

Bielefeld (WB). Die Stadtwerke übernehmen immer mehr Aufgaben für die Stadt. Das geht in Ordnung, findet WESTFALEN-BLATT-Redakteur Michael Schläger in seinem Kommentar. Aber die Kontrolle des Versorgungs-Konzerns müsse gewährleistet bleiben.

Das Stadtwerke-Hochhaus. Foto: Bernhard Pierel

Strom, Gas, Wasser, Bus und Bahn – das waren früher die klassischen Aufgaben der Stadtwerke. Inzwischen haben sie und ihre Töchter sich zum Alleskönner gemausert. Sie entsorgen unseren Müll in der MVA , machen unser Internet mit Glasfaserkabeln schneller, bescheren uns Badespaß und Vergnügen auf dem Eis, sichern mit ihren Rechenzentrum die Arbeit im Rathaus ab. Jetzt sollen sie sich auch noch um die Unterhaltung der Parkplätze kümmern und künftig das neue Fahrradparkhaus unterm Jahnplatz managen. Ach ja, fast vergessen: den Klärschlamm aus Bielefeld und den Nachbarkommunen wollen sie auch noch verbrennen.

Es war eine kluge Entscheidung, 2012 die Stadtwerke komplett zurückzukaufen. Damit hat das Rathaus in der Tat ein In­strument, das im besten Sinne der Daseinsvorsorge der Bielefelder dient. Diese Investition hat sich gerechnet.

Allerdings: Die Stadtwerke können vieles regeln, aber nicht mehr alles bezahlen. Die Zeit der satten Gewinnspannen aus dem Energiegeschäft ist vorbei. Und dann ist da noch etwas: So ein Alleskönner ist eben auch ein besonders mächtiges Instrument und muss ausreichend kontrolliert werden. Hier fehlt es gelegentlich am nötigen Abstand. So sitzen gleich mehrere Stadtwerke-Beschäftigte im Rat und entscheiden mit, wenn dem Versorgungsunternehmen mal wieder eine zusätzliche Aufgabe übertragen wird. Die Verquickung mit Politik und Verwaltung ist weiterhin eng, auch wenn nach der leidigen Betriebsratsaffäre von 2014 eine neue Unternehmenskultur bei den Stadtwerken Einzug gehalten hat.

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