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Theaterwerkstatt in Bielefeld-Bethel stellt Jahresprogramm vor und startet mit einer Online-Fachtagung am 12. März

„Die Ästhetik der Vielen“

Bielefeld (WB)

Ob und unter welchen Bedingungen Auftritte möglich sind, das ist noch ungewiss. Dennoch startet die Theaterwerkstatt Bethel nahezu ungebremst in die neue Saison. „The Transformers“ laut dabei das Jahresthema für die Produktionen und Ensembles des Volxtheaters.

Kerstin Sewöster

Die Theaterwerkstatt Bethel und ihre vielen Akteure haben sich auf die Pandemie eingestellt, arbeiten wenn möglich analog, aber eben auch digital. Foto: Matthias Gräßlin

„Wir fahren auf Sicht“, erzählt Nicole Zielke bei der Vorstellung des Jahresprogramms. „Wir stellen uns darauf ein, eine digitale Produktion zu machen“, erklärt die wissenschaftliche und künstlerische Mitarbeiterin der Theaterwerkstatt.

Die Macher sind im zweiten Jahr der Pandemie vorbereitet. Während 2020 vor dem Lockdown bereits alle Ensembles gebildet waren und die Umorientierung auf digitale Proben und Aufführungen eine große Herausforderung darstellte, fahren sie jetzt mehrgleisig, werden dabei unterstützt von Landes-, Bundes- und Stiftungsförderungen.

Neue Formate sind entstanden

„Wir können ja gar nicht analog starten“, betont Nicole Zielke und erläutert am Beispiel des Sommerblut-Festivals in Köln, einem überregionalen Kooperationspartner, wie kreatives Schaffen im Jahr 2021 aussehen kann. Die Performance der Bielefelder soll im Mai in Köln nach ersten Plänen aus drei Bausteinen bestehen: Eine Soundcollage in einer Kirche, dazu eine begehbare Wildkräuterinstallation – das Thema ist Natur – sowie ein Kurzfilm.

„Es sind nicht nur neue Formate entstanden“, betont Matthias Gräßlin, Leiter der Theaterwerkstatt Bethel. Die der Pandemie geschuldeten Rahmenbedingungen haben auch eine andere Assistenzarbeit erfordert: Hilfe bei der digitalen Ausstattung, Proben an ganze anderen Orten wie zum Beispiel auf dem Balkon oder beim Spaziergang.

Bundesweite Projekte

Dennoch konnte Neues angestoßen werden. Es ist ein Frauen-Volxtheater entstanden, dessen Aufführung „In echt jetzt“ als Film der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. Und unter dem Motto „Power to the people“ gibt es ein bundesweites Projekt mit der Wohnungslosenhilfe. Das Ensemble setzt sich aus Akteuren aus ganz Deutschland zusammen. Im Juni soll es eine Performance in Bielefeld geben.

Eine feste Größe in der Arbeit der Theaterwerkstatt ist das Jugend-Volxtheater. „Das ist ein wichtiger Ort für Jugendliche“, betont Matthias Gräßlin. Die Teilnehmer treffen sich auch weiterhin einmal pro Woche – zur Zeit online.

Inklusion wird weit verstanden

Digitale Proben, Arbeit mit Ensembles in Bielefeld, Absprachen mit überregionalen Kooperationspartnern wie dem Verein „Löhne umsteigen“ oder dem Jugendhof Vlotho – immer geht es in der Arbeit darum, Kunstbegegnungen über die gesellschaftlichen Grenzen hinweg zu ermöglichen. Das Stichwort Inklusion will Theaterwerkstattleiter Gräßlin nicht auf gemeinsames Lernen von Kindern mit und ohne Förderbedarf verstanden wissen. Vielmehr gehe es darum, Diversität zu leben.

„Die Ästhetik der Vielen“ lautet denn auch das Thema einer Online-Fachtagung, die die Volxakademie für inklusive Kultur am 12. März veranstaltet. Es sind noch Anmeldungen möglich.

Referenten sind neben Matthias Gräßlin und Nicole Zielke auch Stephan Wieners vom Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben, das Projekte der Theaterwerkstatt in allen Kreisen in OWL unterstützt, sowie Jana Duda, Leiterin des OWL Kulturbüros der Ostwestfalen-Lippe GmbH.

Sie konnten für die Workshops als Referenten Daniel Neugebauer, Leiter Kommunikation im Haus der Kulturen der Welt, Berlin, Ellen Petry vom Landschaftsverband Rheinland, Michelle Bray, Diversitätsagentin, und Autor Jörg Albrecht (Geschäftsführer Burg Hülshoff) gewinnen.

Wer sich für die Fachtagung am 12. März anmelden möchte, kann dies noch bis Sonntag, 7. März, tun: Telefon 0521/144-3040, E-Mail: theaterwerkstatt@bethel.de.

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