1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Bielefeld
  6. >
  7. Die Bürger dürfen noch mitreden

  8. >

Hauptstraße: Für den Umbau ist die Planfeststellung beantragt – Gestaltung in Arbeit

Die Bürger dürfen noch mitreden

Bielefeld (WB). Für den Beginn des kommenden Jahres rechnet die Stadtverwaltung mit der Genehmigung zur Umgestaltung der Hauptstraße. Stephanie Dietz vom Amt für Verkehr und Architekt Armin Jung haben in der Brackweder Bezirksvertretung über den Stand der Planung berichtet.

Peter Bollig

Der Hochbahnsteig östlich der Germanenstraße soll leicht wirken. Übergänge (vorne) erhalten Bedarfsampeln. Foto: Visualisierung der Scape Landschaftsarchitekten, Düsseldorf

Anfang März haben die Planer aus dem Amt für Verkehr den Antrag auf Planfeststellung bei der Bezirksregierung Detmold gestellt, die voraussichtlich Anfang 2019 – sofern sie die Pläne für genehmigungsfähig hält – per Planfeststellungsbeschluss das Baurecht für drei Hochbahnsteige erteilt. Es geht um den Bereich der Hauptstraße zwischen Gaswerk- und Jenaer Straße mit den drei künftigen Hochbahnsteigen an der Gaswerkstraße, östlich der Germanenstraße und Brackwede Kirche jenseits der Berliner Straße.

Zuvor bekommen die Bürger noch Gelegenheit, sich zu den Plänen zu äußern, wie Stephanie Dietz betont. Die Bezirksregierung werde im Zuge des Planfeststellungsverfahrens die Pläne öffentlich auslegen, Bürger können bei Bedarf dazu Eingaben machen und Bedenken äußern. Bei einem öffentlichen Erörterungstermin werden diese Einwendungen vorgetragen und erörtert. Die Termine werden von der Bezirksregierung bekannt gegeben.

Die Bezirksvertretung Brackwede regte zudem an, im Rahmen der mehrwöchigen Auslegung der Pläne mindestens einmal wöchentlich eine sachkundige Fachkraft aus der Verwaltung abzustellen, die interessierte Bürger beraten kann.

Unterschiedliche Verfahren

Stephanie Dietz macht klar, dass es im Planfeststellungsverfahren – und damit auch in dem Erörterungstermin – nicht um die Details und die konkrete Gestaltung der Hochbahnsteige und der Straße geht, sondern um den Verlauf der Trasse und die Standorte der Hochbahnsteige.

Wie die Hochbahnsteige aussehen werden, wo Parkplätze, Ladezonen und Bäume stehen und welche Farbe das Pflaster bekommt, ist ein weiteres Planungsverfahren. »Wir sind da mitten im Prozess«, sagt Stadtplaner Armin Jung. Für die Politiker werde es noch Gelegenheit geben, diese Planung zu begleiten. Vor allem unter Einzelhändlern sind die Hochbahnsteige vor ihren Geschäften umstritten. Nicht mehr infrage steht indes, dass die Linie 1 in Hochflurtechnik mit den dazu notwendigen Hochbahnsteigen gebaut wird. Das wurde von der Politik schon entschieden.

Die Gestaltung

Armin Jung stellte unterdessen Eckpunkte und Ideen zur Gestaltungsplanung vor. So werde ein helles Pflaster für die Gehsteige favorisiert, ebenso für die Parkflächen, die optisch damit dem Gehsteig und nicht der Fahrbahn zugeordnet würden. Bei Bedarf könnten diese Flächen dann in Bereiche für Außengastronomie umgewandelt werden, ohne eine gestalterische Trennung vom Gehweg zu haben.

An der Gestaltung der Bahnsteige werde noch gefeilt. Sie sollen leicht und transparent werden, um die trennende Wirkung zu minimieren. Derzeit werde geprüft, ob leichte, transparente Materialen machbar sind, wenn sie für Wartungsarbeiten betreten werden müssen.

Die Ginkgo-Bäume sollen, wo Platz ist, robusteren Arten weichen. Bei der Möblierung mit Sitzbänken sollen Holzelemente eine Rolle spielen. Der Hochbahnsteig östlich der Germanenstraße erhält an beiden Enden barrierefreie Querungshilfen jeweils mit so genannten Dunkelampeln. Sie seien erforderlich, um Menschen mit Sehbehinderung mit einem akustischen Signal Unterstützung zu geben. Diese Bedarfsampeln werden laut Stephanie Dietz nur auf Knopfdruck aktiviert und bleiben ansonsten aus. Wer ohne Ampelsignal quert, verstößt nicht gegen die Straßenverkehrsordnung.

Leichte Bordsteinkanten seien gerade auch für Menschen mit Behinderung notwendig, um Orientierungshilfe zu geben. Sie lägen etwa sechs Zentimeter hoch. Karl-Uwe Eggert (CDU) schlug vor, Treppen- und Kirchplatz gestalterisch zusammenzuziehen. Bordsteine, sagt Stephanie Dietz, seien aber auch dort notwendig, um Regenwasser zu leiten.

Gespräche mit Anliegern

Die Planer wollen nun ihre Gespräche mit Anliegern fortsetzen, um Grundstückszufahrten, Rettungswege und Ladebereiche für die Geschäfte festzulegen. Wenn die Pläne fortgeschritten sind, sollen sie mit der Bezirkspolitik Ende August in einer Arbeitsgruppe beraten werden. Auch für die Gestaltung soll es eine öffentliche Bürgerinformation geben.

Startseite