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Bielefeld: Stadtwerke-Chef Rainer Müller zur Energiekrise und den Folgen

„Die Lage ist besorgniserregend"

Bielefeld

Der Krieg wird längst nicht mehr nur mit militärischen Waffen geführt. Der Notfallplan der EU-Saaten zur Drosselung des Gaskonsums ist auf den Weg gebracht. „Die Lage ist besorgniserregend“, sagt Stadtwerke-Chef Rainer Müller (55) im großen WESTFALEN-BLATT-Interview. Die Gas- und Strompreise würden weiter steigen. „Wir müssen uns auf weitere Verwerfungen vorbereiten.“

Von André Best

„Wir müssen uns alle auf weitere Verwerfungen im Gasmarkt vorbereiten.“ Stadtwerke-Geschäftsführer Rainer Müller. Foto: Thomas F. Starke

Die Gaspipeline Nord Stream 1 ist wieder in Betrieb. Putin drosselt aber weiter. Im Hinblick auf den Winter befürchten viele Menschen das Schlimmste. Müssen wir uns jetzt ernste Sorgen machen?
Rainer Müller: Aktuell ist die Versorgungssicherheit für unsere Kundinnen und Kunden gewährleistet. Aber gerade die Ankündigung von Gazprom, die Lieferungen weiter auf 20 Prozent zu reduzieren, zeigt, dass die Erdgaslieferungen aus Russland extrem unsicher sind und wir uns nicht darauf verlassen sollten. Aufgrund des knappen Erdgasangebotes sind die Energiemärkte nach wie vor extrem angespannt. Für die Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet dies in erster Linie, dass die Preise für Erdgas weiter steigen werden.

Die Lage bleibt also angespannt bis dramatisch im Hinblick auf die kommenden Winter in diesem und im nächsten Jahr?
Müller: Die Lage ist weiterhin besorgniserregend – gerade vor dem Hintergrund der angekündigten weiteren Lieferkürzungen. Umso wichtiger ist daher, dass wir in Deutschland schnellstmöglich die geplanten LNG-Terminals in Betrieb nehmen, um das Erdgasangebot zu erhöhen und gleichzeitig unsere Energieeinsparbemühungen massiv verstärken.

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