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Bielefelder Galerie: Birgit Essling und Joachim Stäbler präsentieren Objekte aus dem Werkzyklus „... glaube nur“

Die Leichtigkeit des Glaubens

Bielefeld

Seit jeher haben sich Künstler der unterschiedlichsten Sparten und Medien immer auch mit christlichen Inhalten auseinander gesetzt und so genannte Sakralkunst geschaffen.

Uta Jostwerner

Joachim Stäbler mit seinem Hauptwerk Flying Jesus. Foto: Bernhard Pierel

Dabei geht und ging es zum einen um die Bildtheologie, die Zeugnis von der biblischen Geschichte und von Glaubensinhalten ablegt, zum anderen um eine persönliche bildästhetische Betrachtung des Künstlers zu einem biblischen Thema.

Im Spannungsfeld beider Ausrichtungen steht der gekreuzigte Christus im Mittelpunkt eines Werkzyklus‘ mit dem Titel „... glaube nur“. Die in der Produzentengalerie gezeigten Objekte stammen von Joachim Stäbler, ein weiteres Werk steuerte seine Partnerin Birgit Essling bei.

Stäbler lässt Christus fliegen und schweben. Er befreit ihn von seinem Märtyrer-Image und verleiht ihm in seinen Objekten eine nie gekannte Leichtigkeit. Mit Werkstücken wie „Flying Jesus“ oder „Pfauen-Jesus“ wendet er sich dem Fröhlichen und Verbindenden zu. Die Montage „Jesus auf rotem Stein“ liest sich wie eine Einladung. In einem fragilen Mobilé-Arrangement tanzen die Gekreuzigten munter im Luftzug auf und ab. Weitere Objekte zu den Themen Verkündigung und Auferstehung komplettieren den christlich inspirierten Werkzyklus.

„Der Glaube, der mir gegeben wurde, ist ein Geschenk. Ich möchte ihn von Schuld und Sühne befreien und ihm eine Leichtigkeit und positive Ausstrahlung verleihen“, sagt Joachim Stäbler, der als Sohn eines Diakons aufwuchs. Seine Objekte, so erzählt er, seien als ein künstlerischer Reflex auf seine sehr strenge religiöse Erziehung zu verstehen.

Biografisch geprägt sind auch verschieden gestaltete Objektkästen, die sich auf spielerische Art mit dem menschlichen Körper auseinander setzen und etwa Arterien, Venen und Zellen darstellen. Stäbler ist gelernter Krankenpfleger, lebt indes mittlerweile als freischaffender Künstler in Schildesche gemeinsam mit seiner Partnerin Birgit Essling, einer akademisch ausgebildeten Künstlerin und Experimentalfilmerin.

Essling zeigt in der Produzentengalerie eine installative Arbeit. Sie nutzte dazu gebrauchte Gebetsketten verschiedener Religionen und formte aus ihnen das Wort Gott. Die Buchstaben wurden an Kleiderbügeln befestigt und schweben in der Luft. Für Essling ist die Installation ein Aufruf zu Toleranz und Miteinander: „Wir sind uns bei allen Unterschieden im Glauben ähnlicher als wir meinen“, ist die Künstlerin überzeugt.

Die Ausstellung in der Rohrteichstraße 36 läuft bis zum 5. Januar und kann nur noch an diesem Dienstag nach persönlicher Absprache unter Telefon 0176/72347904 oder 0171/8338382 sowie zwischen 16.30 und 18.30 Uhr besichtigt werden. Nach der Schließung der Geschäfte am Mittwoch sind die Werke nur noch durch die Schaufensterscheibe zu sehen.

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