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Nachfrage nach Hunden ist ungebrochen – Züchter zeigen sich genervt – Tierheim warnt vor Ebay-Käufen

„Die Leute sind verzweifelt“

Bielefeld

„Es ist der Wahnsinn. Wir haben 30 Anfragen pro Woche, dazu E-Mails. Viele wollen einfach ‚nur einen Hund‘, die haben sich noch nicht einmal erkundigt, was wir züchten.“ Claudia Peschke ist genervt. Seit elf Jahren züchtet sie West Highland White Terrier, doch so eine Gier nach Hunden wie seit dem ersten Corona-Lockdown hat sie noch nie erlebt. Auch vor Übergriffen scheinen die Menschen nicht zurückzuschrecken. Als sie mit ihren vier eigenen Westies spazieren ging, wollte ihr ein Unbekannter mit den Worten „Du hast doch genug“ die Leine wegnehmen. „Selbst meine Althunde wollte man mir schon abkaufen. Mein ältester ist 13 Jahre alt“, zeigt sich die Züchterin entsetzt über einen Trend, der im vergangenen Jahr eingesetzt hat und dessen Ende noch nicht absehbar ist: In Zeiten des Homeoffice und der zunehmenden Isolation ist die Sehnsucht nach einem vierbeinigen Begleiter riesig.

Kerstin Sewöster

In Pandemiezeiten haben viele Menschen Sehnsucht nach einem vierbeinigen Begleiter, doch auf legalem Wege sind Tiere kaum noch zu bekommen. Foto: dpa

Das bestätigt auch Barbara Snelting, stellvertretende Leiterin des Bielefelder Tierheims. „Wir können die Nachfrage nicht befriedigen. Und wenn wir mal Hunde bekommen, dann erscheinen sie oft schon gar nicht mehr auf der Homepage“, erzählt sie. Beim ersten Lockdown sei die Nachfrage noch größer gewesen, jetzt pendele sie sich auf einem „hohem Niveau“ ein. „Die Leute sind zum Teil verzweifelt, weil sie keinen Hund bekommen“, weiß sie aus vielen Gesprächen.

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