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Die BfB setzt ganz auf lokale Themen und einen Neuanfang im Rathaus

Die Stadt ist ihr Programm

Bielefeld (WB). Vor mehr als 30 Jahren war die Bürgergemeinschaft für Bielefeld (BfB) gegründet worden, um einen Machtwechsel im damals rot-grün dominierten Rathaus zu erreichen. Das gelang, und Oberbürgermeister Eberhard David (CDU) konnte mit einer Unterbrechung bis 2009 gemeinsam mit der BfB und der FDP regieren. In der zurückliegenden Wahlperiode hat sich die BfB durch interne Querelen selbst geschadet. Doch jetzt will sie neu formiert wieder zu einem Machtwechsel im Rathaus beitragen.

Michael Schläger

Stehen auf der Reserveliste der BfB ganz vorn (von links): Rolf Wächter, Joachim Krollpfeiffer, Oberbürgermeister-Kandidat Rainer Ludwig, Kirsten Ludwig und Dietmar Krämer. Auf dem Foto fehlt Carola Mertz, die ebenfalls aussichtsreich platziert ist. Foto: Bernhard Pierel

Die Ausgangslage

Vielleicht hatte die BfB 2014 selbst nicht so recht mit ihrem großen Erfolg gerechnet. Damals holte sie 8,5 Prozent der Stimmen und sechs Sitze. Eines ihrer besten Ergebnisse. Ihr damaliger OB-Kandidat Johannes Delius brachte es im ersten Wahlgang auf viel beachtete 16 Prozent. Doch den Kurs einer Allparteien-Koalition, den Delius dann einschlagen wollte, ging seine BfB nicht mit. Es begann eine lange Zeit des Streits, der schließlich darin endete, dass vier Ratsmitglieder austraten und sich fortan „Bielefelder Mitte” nannten. Einer hatte schon vorher eine neue politische Heimat gefunden. Blieben zuletzt ein BfB-Ratsmitglied und einige Bezirksvertreter.

Das Spitzenpersonal

Inzwischen hat sich die BfB personell neu aufgestellt. Auf Listenplatz eins steht der Vorsitzende Dietmar Krämer. Er kam über sein Engagement gegen die Stadtbahnlinie 5 zur BfB, verkörpert damit genau das, was die BfB sein will: Eine Wählergemeinschaft aus der Stadtgesellschaft heraus, unabhängig von aller Parteipolitik. Auf Platz zwei steht Kirsten Ludwig, Ehefrau von BfB-OB-Kandidat Rainer Ludwig , der selbst erst auf Platz sechs antritt. Rolf Wächter, bekannt als langjähriger Sprecher der Heeper Schützen, folgt auf Platz drei. Rang vier belegt Ratsmitglied Joachim Krollpfeiffer. Auf Platz fünf folgt mit der Heilpraktikerin Carola Mertz ein neues Gesicht.

Die Chancen

Wieder die 8,5 Prozent von 2014 zu erreichen, wäre vielleicht ein zu ambitioniertes Ziel. Aber Fraktionsstaus, das heißt mindestens drei Ratsmandate, sind drin. Dass die BfB im neuen Rat gar nicht mehr vertreten sein könnte, ist so gut wie ausgeschlossen. Schließlich gibt es bei Kommunalwahlen keine Prozenthürde. Mit Rainer Ludwig stellt die BfB zudem einen OB-Kandidaten und Rathaus-Kenner, der dort 16 Jahre als Dezernent gewirkt hat. Ihr Pluspunkt ist, dass sie sich auf Bielefelder Themen beschränken kann, keine bundes- oder landespolitischen Rücksichten nehmen muss.

Die Risiken

Der BfB wird vorgeworfen, sie sei überaltert und es fehle ihr an personellen Reserven. OB-Kandidat Ludwig, selbst 72, kontert dies mit dem Verweis auf die USA, wo zwei Ü 70-Politiker Präsident bleiben oder werden wollen. Außerdem hängen der Wählergemeinschaft die Querelen der Vergangenheit nach.

Das Programm

Die BfB strebt an, gemeinsam mit den Bürgern die politischen Entscheidungsprozesse in der Stadt zu gestalten. Sie hat sechs Ziele formuliert: Eine familienfreundliche Stadt- und Schulpolitik, eine solide und zukunftsfähige Bielefelder Haushaltspolitik, eine wirtschaftsfreundliche Stadtpolitik, eine Verwaltung, die auch wirklich funktioniert, mit einer effizienteren Verwaltungsspitze, ein Bielefeld, das auf neue, nachhaltige Energiequellen und den Ausbau von Bus- und Bahnverkehr setzt, sowie mehr Sicherheit und Sauberkeit. OB-Kandidat Rainer Ludwig betont, dass darüber hinaus die Bewältigung der Corona-Folgen das wichtigste kommunalpolitische Thema der neuen Ratsperiode sein werde.

Die Koalitionspartner

Die BfB kann die entscheidenden Stimmen für eine neue bürgerliche Ratsmehrheit zusammen mit CDU und FDP liefern. Union und Liberale sind nach wie vor die „geborenen“ Partner der Wählergemeinschaft, die ein eher bürgerlich-liberales Publikum anspricht.

www.bfb-bielefeld.de

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