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ASB bietet zweite Teststelle an der Schillerstraße für Selbstzahler an – Telefonische Anmeldung ist Pflicht

„Die Verunsicherung ist sehr groß“

Bielefeld (WB/kw). „Wir hatten Sorge, dass mit der Rückreisewelle der Bedarf an Coronatests steigt und wollten hitzige Diskussionen wie an der Teststelle Feldstraße vermeiden“, erklärt Nadine Engel-Fratz, Pressesprecherin beim Arbeiter Samariter Bund (ASB) Regionalverband OWL, warum ganz kurzfristig eine zusätzliche Teststelle eingerichtet wurde. Seit Samstag und noch an diesem Montag können sich Menschen am ASB-Hauptsitz an der Schillerstraße auf das Coronavirus testen lassen.

Helfer Kilian von Schönebeck nimmt einen Abstrich bei Hannah Giesen. Von Samstag bis Montag bietet der ASB nach telefonischer Anmeldung kostenpflichtige Coronatests an. Foto: Sewöster

Dafür müssen sie ihre Krankenversicherungskarte sowie den Personalausweis vorlegen und bereit ein, 50,50 Euro zu zahlen. Der Test ist zwar nicht kostenlos, dafür kann sich einen Abstrich nehmen lassen. An der Feldstraße war das nur Menschen mit Reisezielen möglich, in denen Reisebeschränkungen galten, oder wenn sie eine Aufforderung vom Gesundheitsamt vorweisen konnten.

Telefonische Anmeldung verhindert Stau

Für die Bielefelderin Hannah Giesen kommt das zusätzliche Angebot gerade recht. Sie will ihre über ihre 80-jährigen Eltern auf Sylt besuchen und wollte sich zu deren Sicherheit testen lassen. Hannah Giesen arbeitet zwar in der Pflege, ein Berufsfeld, in dem Testungen regelmäßig möglich werden sollen. „Aber die Konzepte sind noch in Arbeit, deshalb finde ich dieses Angebot des ASB ganz wunderbar“, meint sie.

Andere Bürger ärgern sich, dass sie für den Test bezahlen müssen, verstehen nicht, warum er an der Feldstraße für Reisende umsonst war, und warum Reiserückkehrer zur Kasse gebeten werden. Ein Bielefelder ist gerade aus Griechenland zurück und benötigt den Test aus beruflichen Gründen. Sein Auftraggeber fordere ihn ein, sagt er. Knapp 50 Menschen nutzen am Samstag die Teststelle. Kein Stau, kaum Wartezeit – genauso wollte es Einsatzleiter Michael Mausolf haben.

Gespräche über die Erweiterung des Testangebotes

Der Standort sei bewusst zurückgehalten worden, damit es nicht zu Engpässen komme, sagt er. Die Menschen haben erst bei ihrer telefonischen Anmeldung erfahren, wo sie sich einfinden können. Mausolf geht von Auto zu Auto, fragt nach dem Grund für die Testung und verteilt Informationsblätter. Wer die Corona-App auf seinem Handy hat, kann über diese sein Ergebnis erhalten; die zweite Möglichkeit funktioniert per E-Mail. Abgerechnet wird direkt mit dem Labordienstleister, in diesem Fall verschickt das Labor des Herzzentrums Bad Oeynhausen die Rechnungen.

Grundsätzlich sei die Verunsicherung sehr groß, meint Michael Mausolf: „Wir bekommen reihenweise Anrufe von Menschen, die Informationsbedarf haben“. Vielen hätten auch Angst und wollten sich sofort nach einem möglichen Kontakt mit einem Infizierten testen lassen. „Wir informieren sie über die Inkubationszeit von zwei bis 14 Tagen und raten abzuwarten“, sagt Mausolf.

Ein Team von bis zu zehn zum großen Teil ehrenamtlichen Helfern hat der Einsatzleiter zur Seite. Er rechnet nach dem übersichtlichen Start am Samstag mit steigenden Zahlen bis Montag. Und danach? Mausolf kann sich vorstellen, dass es weitere Teststellen geben wird. „Der Leiter des Gesundheitsamtes hat bereits um ein Gespräch gebeten“, sagt er und betont, dass beim Einsatz der Personalressourcen Prioritäten gesetzt werden. „Mir persönlich ist wichtig, dass Altenheime, Krankenhäuser und Schulen zuerst kommen, danach sind die Urlauber dran.“

Wer an diesem Montag in der Zeit von 15 bis 18 Uhr noch einen Coronatest machen möchte, kann sich dafür telefonisch beim ASB anmelden, Ruf 0521/9282250.

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