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Schüler bringen Senioren in Bielefeld auf den neusten Stand der Technik

Die Whatsapp für alle Altersklassen

Bielefeld (WB/mom). »Wie bekomme ich denn jetzt den Werner in mein Adressbuch?«, fragt ein neugieriger Rentner den hilfsbereiten Ermal. Eine kurze Erklärung und zwei routinierte Handgriffe später steht Werner in der Kontakte-App. Der 78-Jährige blickt erfreut auf sein Smartphone.

Gefragte Experten: Die beiden 15-jährigen Schüler Ermal Surdulli (links) und Illa Pavluthin erklären den älteren Besuchern des Bildungsangebots die Vorzüge des Internets. Foto: Moritz Müller

Bei Fragen wie diesen sind die beiden 15-jährigen Schüler Ermal Surdulli und Ilya Pavluthin routinierte Experten. Seit Februar stehen sie jeden Donnerstag von 15 bis 18 Uhr im Treffpunkt Alter der Diakonie Brackwede zum Thema digitale Technik Rede und Antwort. Im Rahmen des Projekts »YOUNGagement« der Freiwilligenagentur Bielefeld nehmen sie und ihre Mitschüler der 8. Klasse der Bosse-Realschule für ein halbes Jahr an verschiedenen ehrenamtlichen Projekten teil. Da Ermal sich bereits seit längerer Zeit im Treffpunkt Alter engagiert, fiel ihm die Entscheidung für das Projekt leicht. Seinen besten Freund Ilya hat er gleich mitgebracht.

»Es ist ein schöner Austausch zwischen den Generationen. So können die Jüngeren den Älteren mal etwas beibringen, ganz anders als in der Schule«, beschreibt Katrin Brües, Leiterin der Freiwilligenagentur, die digitale Nachhilfe. Auch Sara Friedemann, zuständig für den Treffpunkt Alter und das integrierte Internetcafé, ist begeistert vom Engagement der Schüler: »Die beiden machen das klasse.«

Das kommt auch bei den Rentnern an: »Man lernt nicht nur von den beiden, man hat richtig Spaß«, freut sich Renate Böckhoff über die »kleine Gesellschaft«. Die 86-Jährige ist seit neustem fester Bestandteil der Whatsapp-Gruppe ihrer Familie und tauscht fleißig Bilder mit den Enkeln aus.

Die Realschüler, die in ihrer Freizeit gemeinsam Mixed Martial Arts betreiben, haben Freude daran, ihr Digital-Wissen mit der älteren Generation zu teilen. »Manchmal muss man etwas geduldiger sein, aber mit der Zeit klappt es immer besser«, berichtet Ermal, während am Nachbartisch eine Diskussion über das praktischste Word-Format ausbricht.

Das freundliche Miteinander verbindet über die Treffen hinaus. So freut sich Bernd Pörschke (80), bestens ausgerüstet mit Smartphone und Laptop, über die neuen Wege der Kommunikation: »Mein Kumpel Horst, der sonst mit uns hier sitzt, ist grade in Thailand und verschickt Grußkarten.« Per E-Mail, versteht sich.

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