1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Bielefeld
  6. >
  7. Diskussion um FH-Bau

  8. >

Bezirkspolitiker stimmen nur unter Bedingungen zu

Diskussion um FH-Bau

Bielefeld (WB). Der Mobilbau, der kurzfristig die Platznot der Fachhochschule mildern soll, ist bei den Dornberger Kommunalpolitikern auf wenig Gegenliebe gestoßen. »Wir haben große Sorgen wegen der Umsetzung«, sagte Bezirksbürgermeister Paul John (Grüne).

Hans-Heinrich Sellmann

Vor der Fachhochschule soll ein eingeschossiger, provisorischer Mobilbau mit begrüntem Dach errichtet werden. Foto: Pape Architekten

Während der Sitzung der Bezirksvertretung am Donnerstag waren die Pläne auch öffentlich vorgestellt worden. Wie bereits im September exklusiv berichtet, soll neben der Einfahrt zur Tiefgarage ein eingeschossiges Gebäude entstehen, in dem während der nächsten etwa fünf Jahre 56 Wissenschaftler arbeiten sollen. Seit der Fertigstellung des neuen FH-Gebäudes »sind wir um 60 Prozent gewachsen«, sagte FH-Präsidentin Ingeborg Schramm-Wölk. Bis aber der dringend erforderliche Erweiterungsbau, geplant auf 10.000 Quadratmetern neben dem Citec, fertig sei, könne nicht gewartet werden.

Zeitdruck spielt große Rolle

Der Zeitdruck habe bei der Entwicklung des Mobilbaus eine große Rolle gespielt, unterstrich Architekt Josef Pape: »Der soll zum Wintersemester 2020/21 bezogen werden. Und nur ein Modulbau ist in einem Jahr leistbar.« Für eine Geschossfläche spreche auch, wie Reinhold Beck vom Bauamt, ausführte, dass es die kostengünstigere Variante sei, weil weniger Haustechnik benötigt werde und trotzdem Barrierefreiheit und Brandschutz gewährleistet seien. »Wir müssen den Bau selbst bezahlen. Was anderes könnten wir uns gar nicht leisten«, sagte Ingeborg Schramm-Wölk.

Die Dornberger Bezirksvertreter haben bei dem Projekt ein Mitspracherecht, weil sich der Mobilbau zwar komplett auf dem FH-Grundstück befindet, das Baufeld im Westen aber um etwa 32,50 Meter überschreitet. Diesbezüglich ist eine Befreiung von den Anforderungen des geltenden Bebauungsplans »Hochschulcampus Nord« erforderlich.

»Schon dem allein kann ich nicht zustimmen, weil ich keinen Präzedenzfall schaffen will«, sagte Frauke Viehmeister (SPD). Die größten Sorgen aber machen sich die Bezirksvertreter um Optik, Zuschnitt der Räume und nicht zuletzt die Deklarierung als Provisorium. Ulrich Paus (CDU) forderte eine Anpassung an die Architektur des Hauptgebäudes. »Denn alle Erfahrungen sprechen dagegen, dass in fünf Jahren wirklich zurückgebaut wird«, ergänzte Fraktionskollege Normann Graeser. Bernd Vollmer (Linke): »Keiner weiß, wie sich die wirtschaftliche Lage entwickelt. Dann muss das Gebäude eventuell stehen bleiben, und wir haben nur ein Provisorium.«

»Die Büros sind Käfige«

Der Linken-Politiker ging auch hinsichtlich der Räume hart mit den Planern ins Gericht: »Die Büros sind Käfige, gerade so im Bereich des Zulässigen.« Eine Kritik, die die FH-Präsidentin so nicht stehen lassen konnte: »Wir haben den Personalrat in die Planungen einbezogen. Es war der Wunsch der wissenschaftlichen Mitarbeiter, die Räume so zu gestalten.«

Nach einer Sitzungsunterbrechung rangen sich die Bezirksvertreter bei drei Nein-Stimmen (CDU) und drei Enthaltungen aus den Reihen von SPD und CDU zu einem Kompromiss durch, von dem sie sich versprechen, dass die FH ihn auch nutzen könne, um in Düsseldorf den Druck hinsichtlich der Notwendigkeit des dauerhaften Erweiterungsbaus erhöhen zu können: Obwohl die Bezirksvertretung »Sorgen und Bedenken« hat, stimmt sie dem Mobilbau zu, allerdings mit der Auflage, dass er sechs Jahre nach Bezug zwingend wieder zurückgebaut wird.

Startseite