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Hoher Sachschaden nach schwerem Gewitter in der Nacht zu Montag über Bielefeld – mit Fotostrecke

Drei Dachstuhlbrände nach Blitzeinschlägen

Bielefeld (WB). Viel zu tun für die Bielefelder Wehr: Durch Blitzeinschläge standen binnen kurzer Zeit im Bielefelder Norden gleich drei Dachstühle in Flammen. Verletzt wurde niemand, es entstanden hohe Sachschäden.

Christian Müller

Der Blitz schlug gleich in drei Dachstühle ein. Foto: Christian Müller

Ab 2.24 Uhr gingen mehrere Notrufe bei der Feuerwehr ein. In Gellershagen in der Cranachstraße brannte das Obergeschoss und der Dachstuhl eines Einfamilienhauses. Die Berufsfeuerwehr war mit den Löschabteilungen Babenhausen, Gellershagen und Niederdornberg-Deppendorf im Einsatz.

Eine Herausforderung hatten die Brandbekämpfer direkt zu Beginn des Einsatzes zu meistern: Die Hofeinfahrt zum Wohnhaus war so eng, dass die Drehleiter nur mit Mühe und Maßarbeit in Stellung gebracht werden konnte. Die Bewohner blieben unverletzt, über dem Haus war eine starke Rauchentwicklung selbst in der Nacht weithin sichtbar. Der Sachschaden geht in den sechsstelligen Eurobereich, das Haus vermutlich vorerst nicht bewohnbar.

Kleinerer Schaden in Theesen

In der Gaudigstraße in Theesen schlug ebenfalls der Blitz in das Dach eines Wohnhauses ein. Hier richtete das Gewitter glücklicherweise nicht allzu große Schäden an. Auch hier wurde die Berufsfeuerwehr tatkräftig von Freiwilligen der Stadt unterstützt.

In der Straße Blackenfeld in Vilsendorf schlugen die Flammen aus dem Dach einer erst fünf Jahre alten Doppelhaushälfte nach einem Blitzeinschlag, der gegen 2.39 Uhr gemeldet wurde. Der Sohn der beiden Bewohner überbrachte in der Nacht die schlimme Nachricht. Seine Eltern waren zum Zeitpunkt des Brandes im Urlaub. Nur mit Mühe konnten die Brandbekämpfer das Übergreifen der Flammen aufs Nachbarhaus verhindern. Im Dachgeschoss kamen die Feuerwehrkräfte im Innenangriff nicht weit, da der Dachstuhl des Hauses ausgebaut war.

Absoluter Seltenheitswert

Zwei Drehleitern wurden alarmiert, die Brandbekämpfer nahmen Dachpfannen ab und entfernten Dämmmaterial, um an die Glutnester zu gelangen, berichtete Einsatzleiter Peter Dopheide. »In meiner nun 34-jährigen Dienstzeit habe ich so eine Gewitternacht noch nicht erlebt. Dass die Bielefelder Wehr zu drei gleichzeitigen Dachstuhlbränden ausrückte, hat absoluten Seltenheitswert. Da kamen sicherlich auch die Leitstellendisponenten ordentlich ins Schwitzen.«

So kam es auch, dass die eingesetzten Löscheinheiten etwas durcheinander gewürfelt waren, getreu dem Motto, alles raus, was noch da ist. Die Berufsfeuerwehr war mit der Wache Nord und der Drehleiter der Wache West im Einsatz. Die Freiwilligen der Löschabteilung Vilsendorf unterstützten die Brandbekämpfer, die zweite Drehleiter wurde von der Löschabteilung Ubbedissen besetzt.

Brandhaus ist unbewohnbar

An dem Haus entstand ein Sachschaden von mindestens 80.000 Euro, schätzten die Brandbekämpfer. Die linke Doppelhaushälfte ist weiterhin bewohnbar, das eigentliche Brandhaus muss saniert werden. Zu groß die Schäden durch den Brand im Dachstuhl und das eingesetzte Löschwasser.

Bis in die Morgenstunden hatte die Feuerwehr alle Hände voll zu tun. Die Sachschäden sind immens. Auch zahlreiche freiwillige Feuerwehrkräfte waren mit ihren Löschabteilungen im Einsatz und leisteten große Hilfe beim Bekämpfen der Flammen. Am Morgen kontrollierte die Feuerwehr die Brandstellen aus der Nacht, musste aber ersten Informationen zufolge nicht eingreifen.

Die Feuerwehr hatte in der Nacht zu Montag viel zu tun. Foto: Müller
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