Bielefelder Feuerwehr rettet von Rauch eingeschlossenes Ehepaar mit Drehleiter – Mehrfamilienhaus unbewohnbar

Drei Menschen bei Kellerbrand verletzt

Bielefeld

Nach dem Dachstuhlbrand am Samstagmorgen rückten die Brandbekämpfer der Bielefelder Feuerwehr am Abend erneut zu einem größeren Einsatz aus. Der Keller eines Mehrfamilienhauses an der Apfelstraße im Stadtteil Schildesche stand in Flammen. Drei Bewohner kamen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftungen ins Krankenhaus. Die Brandursache ist vorerst unklar, die Kripo ermittelt.

Christian Müller

Dieses Mehrfamilienhaus an der Bielefelder Apfelstraße war nach dem Kellerbrand unbewohnbar. Foto: Christian Müller

Ein Rauchmelder im Haus hatte Alarm ausgelöst, als das Feuer gegen 20.58 Uhr ausbrach, hieß es von der Feuerwehr. Als die ersten Retter eintrafen, drang bereits dichter, schwarzer Qualm aus den Keller-Lichtschächten empor. Eine Bewohnerin des Hauses hatte sich bereits ins Freie gerettet, drei weitere Bewohner waren einkaufen, als der Brand ausbrach. Ein Ehepaar (59/56) war allerdings von Rauch und Qualm in seiner Wohnung eingeschlossen und rief an einem Fenster in der ersten Etage um Hilfe, erklärte Einsatzleiter Max Rempe.

„Die Bewohner haben richtig gehandelt und sich zur Seite der Apfelstraße bemerkbar gemacht. Mit dem schnellen Einsatz einer Drehleiter konnten wir sie zügig aus der Wohnung befreien. Die beiden Bewohner und die Frau, die sich bereits ins Freie rettete, wurden vom Rettungsdienst untersucht und kamen mit leichten Rauchgasvergiftungen ins Krankenhaus“, fasste der Feuerwehr-Einsatzleiter die Maßnahmen zur Menschenrettung zusammen.

Unter Atemschutz gingen Feuerwehrleute in das stark verqualmte Wohnhaus vor. Dort wurden anfangs noch weitere Menschen vermutet. Die Brandbekämpfer suchten nach weiteren Bewohnern, da in den Wohnungen das Licht angeschaltet war, konnten aber rasch Entwarnung geben.

Im Keller des Hauses löschten weitere Kräfte die Flammen. Feuerwehrleute brachten unter anderem eine schwere, angekokelte Holztür nach draußen. Ein Kellerraum, in dem die Flammen vermutlich ausbrachen, brannte vollständig aus. Was darin gelagert war, blieb zunächst unklar.

Da einige Wohnungstüren und auch die Kellertür nicht verschlossen waren, verteilte sich der giftige Brandrauch im ganzen Gebäude. Trotz der schnellen Entrauchung mit einem Hochleistungslüfter wurde das Haus vorerst unbewohnbar. Noch in der Nacht wurden Notunterkünfte der sechs Bewohner organisiert. Der Schaden dürfte im sechsstelligen Eurobereich liegen.

In großer Aufregung kam der 39-jährige Sohn des geretteten Ehepaars aus der Wohnung im ersten Stock aus Senne zum Brandort in Schildesche. „Meine Mutter (56) ist herzkrank und ich wollte meinen Eltern beistehen. Vergangenes Jahr brannte es bereits in der Garage des Hauses, da mache ich mir große Sorgen. Die Wohnung meiner Eltern ist jetzt total verraucht.“

Warum der Brand ausbrach, ist noch unklar. Brandsachverständige der Kriminalpolizei nahmen ihre Ermittlungen auf. Vorsorglich schalteten Mitarbeiter der Stadtwerke die Stromversorgung im Haus ab. Die Feuerwehr (Löschzug der Hauptwache mit Unterstützung der Löschabteilungen Schildesche und Theesen) war mit 45 Einsatzkräften bis etwa 22.30 Uhr im Einsatz. Kräfte der Löschabteilung Gellershagen brachten den leitenden Notarzt zur Einsatzstelle. Zwei weitere Notärzte und vier Rettungswagen waren ebenfalls vor Ort.

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