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Bielefelder Tierpark freut sich über den ersten Wurf seit 25 Jahren – mit Video

Drei Wolfsbabys in Olderdissen

Bielefeld (WB). Erst waren sie noch sehr scheu und blieben im Versteck, doch seit einigen Tagen tollen immer häufiger drei putzige Fellknäule durchs Gehege: Im Tierpark Olderdissen gibt es erstmals seit 25 Jahren wieder munteren Nachwuchs bei den Wölfen.

Hendrik Uffmann

Niedlich anzusehen sind die kleinen Wölfe, die in diesen Tagen häufiger im Revier umhertollen. Foto: Tierpark Olderdissen

»Für uns ist das etwas ganz Besonderes«, freut sich Tierpflegerin Andrea Günnemann, die für das Raubtierrevier zuständig ist. Denn die letzte erfolgreiche Nachzucht hatte es zuvor 1993 gegeben – damals waren in Olderdissen acht Wolfsjunge zur Welt gekommen, die an andere Zoos abgegeben worden waren.

Geboren worden sind nun drei Wolfsbabys – ein männliches und zwei weibliche Tiere –, die schon am 13. Mai das Licht der Welt erblickt haben. Doch das Tierpark-Team hat die Eltern  Rieke (4 Jahre) und Aik (6) mit ihrem Nachwuchs bewusst in Ruhe gelassen und auch versucht, ein wenig von den Besuchern abzuschirmen, damit die Wolfsfamilie nicht zu sehr gestört wird.

Aus diesem Grund war und bleibt der Holzsteg, der durch das Wolfsgehege führt, gesperrt. Nur zu Fütterungszeiten dürfen jeweils kleine Besuchergruppen mit auf die Brücke. »Denn es ist für beide Eltern das erste Mal, dass sie Junge bekommen«, erklärt Andrea Günnemann.

Entspannt und gelassen

Doch Aik und Rieke bewältigen ihre neuen Aufgaben entspannt und mit großer Gelassenheit, hat die Tierpflegerin beobachtet. Und so gab es am Donnerstag vergangener Woche dann die erste Untersuchung für die Jungwölfe. Bis Tierärztin Katharina Stork sie jedoch begutachten und ihnen Markierungs-Chips einsetzen konnte, war es zunächst eine Herausforderung, die schon flinken Tiere einzufangen.

»Die beiden Weibchen haben wir schließlich erwischt. Das Männchen hat sich jedoch so gut unter einem Steinhaufen versteckt, dass wir einen neuen Anlauf unternehmen mussten und es erst an diesem Mittwoch untersuchen konnten«, sagt Chef-Tierpfleger Markus Hinker.

Das Trio ist gesund und munter

Die wichtigste Nachricht ist jedoch: Das Trio ist gesund und munter, und obwohl Mutter Rieke sie noch säugt, füttert sie Vater Aik jetzt nach sechseinhalb Wochen auch schon mit Fleisch, das er vorgekaut hat. Und nach wie vor passen beide Eltern sehr gut auf den Nachwuchs auf und schirmen die Jungtriere ab. Besonders, wenn Tierpark-Gäste zu nah an die Zäune des Geheges herankommen. »Besucher bitten wir deshalb dringend darum, auf den Wegen zu bleiben, nicht direkt an die Umzäunung heranzutreten und sich an die Hinweise zu halten«, betont Herbert Linnemann.

In den kommenden Wochen und Monaten sollen sich die drei jungen Wölfe zunächst in Ruhe entwickeln können. Namen erhalten sie erst, wenn sich ihre Charakterzüge ein wenig ausgeprägt haben. »Dann wissen wir, welche Namen zu ihnen passen«, erklärt Markus Hinker lächelnd.

Jungtiere sollen in einen anderen Zoo

Ziel sei es dann, die Jungtiere später an einen anderen Zoo abzugeben. Das, so Hinker, werde jedoch nicht einfach, da es derzeit eine geringe Nachfrage nach Wölfen gebe. Gelinge es nicht, das Trio zu vermitteln, könne es auch zunächst noch problemlos bei den Eltern bleiben. Erst später, wenn die Jungtiere geschlechtsreif werden, könnte es dann zu Rangordnungs-Rangeleien kommen. »Doch im Familienverband bleibt die Rudelstruktur lange erhalten«, sagt Herbert Linnemann. Ziel sei deshalb, ein natürliches Rudel, wie es auch in freier Wildbahn vorkomme, zu halten.

Ob es im kommenden Jahr erneut Nachwuchs geben soll, bleibe abzuwarten, so Herbert Linnemann. »Dabei kommt es darauf an, wie sich die Situation innerhalb des Rudels entwickelt.«

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