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Prozess am Bielefelder Landgericht

Drogenkartell: Clanchef bleibt in U-Haft

Bielefeld (WB/hz). Beim seit Oktober laufenden Strafprozess gegen vier mutmaßliche Mitglieder des Bielefelder Drogenkartells hat sich für Clanchef Adil M. (53) die Hoffnung zerschlagen, unmittelbar vor Weihnachten aus dem Gefängnis entlassen zu werden.

Die Zellentür für den im Gefängnis sitzenden Clanchef Adil M. bleibt verschlossen. Foto: Marius Becker/dpa

Die Richter der 3. Großen Strafkammer des Bielefelder Landgerichtes lehnten am Montag einen Antrag der beiden Verteidiger des 53-Jährigen ab, den Untersuchungshaftbefehl außer Vollzug zu setzen. Das sagte Landgerichtssprecher Guiskard Eisenberg auf Anfrage.

Demnach bestehe für Adil M., Familienoberhaupt eines seit Jahrzehnten für seine vielfältigen kriminellen Aktivitäten bekannten kurdischen Jesidenclans, weiter Fluchtgefahr. Zudem habe sich aus Sicht der 3. Großen Strafkammer nach fast zwei Monaten Prozessdauer an der Beweislage im Wesentlichen nichts geändert. Gegen Clanchef Adil M. gebe es weiter einen dringenden Tatverdacht, sagte der Gerichtssprecher.

Adil M. und seine drei Söhne (19/32/33) stehen vor Gericht, weil sie in den Handel mit 210 Kilo Rauschgift verstrickt sein sollen. Die vier Mitglieder des Bielefelder Drogenkartells sollen mehr als eine dreiviertel Million Euro mit den illegalen Geschäften verdient haben. Vater und Söhne sitzen seit neun Monaten in U-Haft, nachdem bei einer Razzia der Polizei am 16. März im Bielefelder Westen fast 60 Kilo Drogen beschlagnahmt wurden. Polizeiangaben zufolge ist das die größte Menge, die je in dieser Stadt bei einer Durchsuchung gefunden wurde.

Vor Gericht schweigen Adil M. und seine Söhne zur Anklage. Der Prozess gegen das Drogenkartell wird am 6. Januar fortgesetzt.

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