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Nach Verspätungen und Zugausfällen soll Montag alles nach Fahrplan laufen

Ein besonders ruhiger Sonntag

Bielefeld (WB). Verspätungen von 20 bis 30 Minuten und Zugausfälle am Samstag, kompletter Stillstand am Sonntag: Noch einmal seit einem Wochenende Mitte März war der Bielefelder Hauptbahnhof (fast) ohne Anschluss. Seit Montagmorgen um 4 Uhr läuft der Bahnverkehr wieder problemlos. »Es gab keine besonderen Vorkommnisse«, sagte eine Bahnsprecherin.

Burgit Hörttrich

Kein Zug, nirgends: Während am Samstag noch einige wenige Züge den Hauptbahnhof anfuhren, war es am Sonntag absolut ruhig auf den Bahnsteigen. Foto: Markus Poch

Grund für den Stillstand: Von Montag an sind nach den Brückenbauarbeiten alle Züge wieder fahrplanmäßig unterwegs. Die Neubauten der Überführungen Von-der-Recke-Straße, Schildescher Straße und Schillerstraße seien, so die Deutsche Bahn, »in Rekordzeit abgeschlossen« worden. Josefine Georgi, Leiterin der Bahnhofsmission, war erleichtert, dass der Kindertag zum 120. Geburtstag der Einrichtung in Bielefeld trotz der Einschränkungen ein Erfolg war: »Wir waren in Sorge, dass keine Kinder kommen.«

Aber: Die hätten eben wegen der Verspätungen mehr Zeit für Spielangebote und Waffeln gehabt. 40 Kilo Waffelteig seien vorbereitet worden, ein Dutzend Ehrenamtliche im Einsatz. Die Bahnhofsmission hatte den Durchgangstunnel zu den Gleisen in eine Spielfläche verwandelt. »Ja, dass geht gut, weil sich Bahn- und Schienenersatzverkehr vor allem am und neben Gleis 8 abspielen«, sagt Josefine Georgi. Es sei schwierig gewesen, überhaupt einen Termin zu finden: »Es sollte schließlich kein Arminia-Heimspiel zeitgleich stattfinden.« Sonntags ist die Bahnhofsmission sowieso geschlossen.

Ersatzverkehrsangebote

In der Bäckerei Pollmeier stehen Eileen Tüzüner, Meriam Basa und Firat Arat hinter der Theke. Eileen Tüzüner war auch bei der Betriebsunterbrechung im März im Dienst und weiß daher: »Die Kunden kommen trotzdem. Es sind schließlich längst nicht alles Fahrgäste.«

Trotz der Zugausfälle: Bei Pollmeier hatten /von links) Meriam Basa, Eileen Tüzüner und Firat Arat trotzdem zu tun. Sonntagsbrötchen gehen eben immer. Foto: Markus Poch

Zudem gab es für die Zugausfälle zahlreiche Ersatzverkehrsangebote. Die Busse ließen Fahrgäste an der Josef-Massolle-Straße ein- und aussteigen – seit Beginn der Arbeiten an den Unterführungen vor eineinhalb Jahren längst geübte Praxis. Trotzdem hatten Nahverkehrsunternehmen und Deutsche Bahn sogenannte Reisendenlenker im Einsatz, die Fahrgäste dorthin wiesen, wo sie Verbindung bekommen konnten.

Während an Wochentagen von derartigen Einschränkungen im Bahnverkehr in Bielefeld rund 80.000 Fahrgäste betroffen sein könnten, seien es nach Angaben der Bahn an den Wochenenden etwa die Hälfte.

Franz-Josef Karlheim (links) und Hagen Klaus von der Bahnhofsmission erklären Frieda (8), Helene (12) und Großmutter Ursula Faulhaber das Schubkarren-Spiel. Foto: Markus Poch

Zu den abschließenden Arbeiten in Bielefeld, Brackwede und Brake gehören der Rückbau von Oberleitungen und Bauweichen; außerdem sollen noch die Behelfsbahnsteige demontiert werden. Die Unterführungen Schildescher und Schillerstraße sollen ab Mitte Dezember wieder für Autofahrer passierbar sein.

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