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Wahl zum Bürgermeister: Karin Schrader und Andreas Rüther machen das Rennen

Ein Chef, zwei Vertreter

Bielefeld (WB). Pit Clausen (SPD), gestern im Rat erneut als Oberbürgermeister vereidigt, hat auch in der neuen Legislaturperiode mit Karin Schrader (SPD) und Andreas Rüther (CDU) zwei Stellvertreter.

Burgit Hörttrich

Oberbürgermeister Pit Clausen (rechts) verpflichtet seine beiden Stellvertreter: Karin Schrader (SPD) als 1. Bürgermeisterin und Andreas Rüther (CDU) als 2. Bürgermeister. Foto: Thomas F. Starke

 Keines der gestern anwesenden Ratsmitglieder (65 von 66) beantragte, die Anzahl der Bürgermeister zu verändern. Aber: Es stellten sich gleich vier Kandidaten zur Wahl. Neben Schrader und Rüther traten Hannelore Pfaff (Grüne) und Johannes Delius (Bürgergemeinschaft) an. Grüne und BfB hatten sich kurzfristig entschlossen, eigene Kandidaten ins Rennen zu schicken.

 Abgestimmt wurde ohne Aussprache und in geheimer Wahl. Zuvor hatten CDU und SPD Pairing vereinbart: Weil Detlef Werner (CDU) aus Krankheitsgründen fehlen musste, verzichtete Hans Hamann (SPD) auf sein Stimmrecht. Es entfielen auf Karin Schrader 25 Stimmen (ihre SPD-Fraktion hat mit Hamann 20 Mitglieder), auf Andreas Rüther 17 Stimmen (die CDU hat mit Werner 20 Mandate). Hannelore Pfaff freute sich über 13 Stimmen, zwei mehr als ihre grüne Fraktion Mitglieder hat, Johannes Delius (BfB) bekam acht Stimmen, zu den sechs seiner Fraktion die beiden der Liberalen. Zwei Ratsmitglieder der CDU enthielten sich. Die 65. Stimme kam von OB Clausen.

 Der alte und neue Oberbürgermeister bedauerte in seiner Rede zur Amtseinführung noch einmal die geringe Wahlbeteiligung und lud gleichzeitig jedermann dazu ein, sich für Veränderung und Fortschritt in der Stadt zu engagieren. Ihm sei wichtig, dass das »Damoklesschwert des städtischen Haushaltes« nicht zum Stillstand führe. Die Haushaltskonsolidierung nannte Clausen ein zwar vordringliches Ziel, aber »keinen Selbstläufer«. Die Stadt dürfe nicht »kaputt gespart oder Einzelne überfordert werden«. Schließlich sei Bielefeld eine »großartige, aber keine vollkommene Stadt«.

 Wegen der Fußball-WM-Begegnung Deutschland gegen USA mit Anstoß gestern um 18 Uhr hatte die Ratssitzung anders als sonst bereits um 15 Uhr begonnen – entlassen wurden die Politiker aber mit der richtigen Einstimmung zum Spiel der deutschen Elf: Der Opernchor unter Leitung von Hagen Enke sang unter Beteiligung der meisten Ratsmitglieder die Nationalhymne: »Einigkeit und Recht und Freiheit...«

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