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In der Kirche St. Thomas Morus in Sennestadt geht voran – Führungen am Tag des offenen Denkmals

Ein Denkmal wird saniert

Bielefeld (WB). Die Sanierung der Kirche St. Thomas Morus schreitet zügig voran, indes ist das Gotteshaus an der Rheinallee noch nicht in die Denkmalliste eingetragen. »Wir sind dran, ich gehe davon aus, dass das noch in diesem Jahr geschieht«, meint dazu Hartmut Dopheide von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Bielefeld.

Kerstin Sewöster

Wer zur Zeit die katholische Kirche St. Thomas Morus betritt, bekommt einen ganz ungewohnten Blick in das Gotteshaus. Es ist komplett eingerüstet. Interessierte Bürger können beim Tag des offenen Denkmals selbst einen Eindruck von den Sanierungsfortschritten machen. Foto: Bernhard Pierel

Bis dahin wird die Kirche, Baujahr 1960/61, als so genanntes erkanntes Denkmal geführt, wie Dr. Heinrich Otten von der Oberen Denkmalbehörde des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) erläutert. Dort wurden die Vorarbeiten für das Gutachten erstellt, nicht von Otten persönlich. Dennoch kennt sich der Denkmalschützer gut aus mit dem Kirchengebäude in Sennestadt, hat er doch seine Doktorarbeit über Kirchbauten im Erzbistum Paderborn geschrieben.

Schützenswert sei die in den 50er Jahren geplante katholische Kirche in mehrfacher Hinsicht. Architekturhistorische Gründe lägen in dem aufgefächerten Grundriss und den versetzten Außenwänden. »Das sind charakteristische und sehr pointierte Architektursignale und typisch für die 50er Jahre«, meint Dr. Otten. Die Kirche St. Thomas Morus stehe für eine wichtige Umbruchphase im althergebrachten Kirchenbau mit länglichen Grundrissen und Baukuben, ergänzt Dopheide

Mosaike wurden gereinigt und versetzt

Auch städtebaulich sei die katholische Kirche von großer Bedeutung. Die Rücksetzung, die Freiflächen sowie der hohe Turm seien sehr bewusst eingefügt in die Sennestadt als »prägendes Siedlungsprojekt«, sagt Dr. Otten.

Nicht zuletzt sei St. Thomas Morus wertvoll wegen der künstlerischen Ausstattung, meint Dr. Heinrich Otten: »Schwester Erentrud Trost hat eine sehr ausgebreitete und qualitätvolle Gesamtverglasung geschaffen«. Von Erentrud Trost (1923 bis 2004), die bis zu ihrem Tod Ordensschwester der Benediktinerabtei Varensell war, gibt es in St. Thomas Morus aber nicht nur die großflächigen Fensterelemente, die zurzeit Stück für Stück ausgebaut, ausgebessert und gereinigt werden. Auch ihre Mosaike wurden gereinigt und zum Teil versetzt wieder in der Kirche angebracht. So zum Beispiel die runde Heilig-Geist-Darstellung, für deren Betrachtung die Kirchgänger den Kopf künftig in den Nacken legen müssen: Das kreisrunde Mosaik wurde direkt über dem Taufbecken angebracht, das sich nun im Eingangsbereich befindet und auch als Weihwasserbecken dient.

Arbeiten laufen nach Plan

Die Bürger haben am 8. September, wenn Denkmäler in der ganzen Republik ihre Türen öffnen, Gelegenheit, sich selbst ein Bild von den Fortschritten der Bauarbeiten zu machen. »Eigentlich sollte dann schon der Eintrag in die Denkmalliste erfolgt sein. Der Antrag müsse jedoch noch durch zwei Gremien, darunter die Bezirksvertretung Sennestadt, wie Dopheide betont.

Indes laufen die Sanierungsarbeiten nach Plan. Federführung hat das Sennestädter Architekturbüro Rasche-Schürmann. Aktuell ist das gesamte Kirchgebäude innen eingerüstet. Nachdem die Bodenarbeiten abgeschlossen sind – der alte Holzfußboden wurde durch Kohlplatter-Muschelkalk ersetzt – widmen sich die Handwerker jetzt den Wänden und der Decke. Da das Gotteshaus ein neues Beleuchtungskonzept bekommt, müssen auch alle elektrischen Leitungen neu verlegt werden. »Beim Tag des offenen Denkmals wird das Gerüst sicher noch stehen«, glaubt Architektin Linda Rasche-Schürmann.

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