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Das ADAC-Treffen auf dem Museumshof wird zur Reise durch die Automobilgeschichte

Ein Fest für Oldtimer-Fans

Bielefeld (WB). Oft stehen Oldtimer gut geschützt vor Wind und Wetter in Garagen oder sind gelegentlich nur kurz im Vorbeifahren zu bewundern. Am Pfingstmontag gab’s auf dem Senner Museumshof allerdings die Gelegenheit, altes Blech aus der Nähe zu sehen. Zum 21. Mal trafen sich dort Automobilisten zur großen Schau und anschließender Rundfahrt.

Peter Bollig

Den Jaguar vor der Linse: Fotograf Peter Berger bannt die Oldtimer, passend zum Anlass, altmodisch auf Film. Foto: Mike-Dennis Müller

Es ist immer eine Reise durch die Automobilgeschichte, wenn auf Einladung des ADAC rund 80 Fahrer ihre historischen Fahrzeuge auf dem Museumshof aufreihen, bevor sie zur 65 Kilometer langen Rundfahrt starten – begleitet von staunenden Zuschauern. Noch mehr alte Autos stehen auf einer Wiese des Hofes.

Traum aus schwarzem Blech

Viele Vorkriegsmodelle sind diesmal wieder zu sehen, angeführt vom Ford T aus dem Jahr 1925 als ältestes Fahrzeug auf der Starterliste. Allerdings haben alte Schätze auch ihre Macken. Fahrer Götz Zerbe fährt vorab noch einmal eine Testrunde: »Die Bremsanlage macht komische Geräusche.«

Die Besucher geraten vielfach ins Schwärmen: »Das schönste Auto hier ist der Bulli«, sagt ein älterer Auto-Fan beim Rundgang. Angesichts der Vielfalt würden andere sicher widersprechen. Wer amerikanische Straßenkreuzer liebt, bekommt beim Anblick eines 66er Thunderbird feuchte Augen.

Ein pompöses Fahrvergnügen bieten ein Rolls Royce oder der Adenauer-Mercedes 300 d, Baujahr 1960, dessen Fahrer Hans-Josef Geishecker die weiteste Anreise auf sich genommen hat: Er hat den Traum aus schwarzem Blech und Chrom von Polch bei Koblenz aus nach Bielefeld gefahren. Jaguar, Maserati, Aston Martin, Ferrari, Porsche – auch wer’s sportlich mag, kommt nicht zu kurz und kann die sieben Euro Eintritt aufs Museumsgelände verschmerzen.

Defekte Bremse

Beim alten Blech zählen freilich nicht nur PS, Hubraum oder Größe. VW-Käfer, die »Ente« von Citroën, Fiat 500 und Isetta – auch die Kleinen wecken bei vielen Besuchern große Erinnerungen. Manches Vehikel, das als Alltagsauto scheinbar gestern erst massenhaft im Straßenverkehr zu sehen war, steht mit H-Kennzeichen für Autos ab 30 Jahre vor der Kulisse des Museumshofs: Ein Golf GTI, ein Kadett oder ein 3er BMW, der eine Besucherin vermuten lässt: »Der ist doch noch neu.«

Nicht wenige der rund 2000 Gäste zücken die Kamera, um Oldtimer und ihre Fahrer, teils in historischer Kleidung, abzulichten. Fotograf Peter Berger greift dabei selbst zum »Oldtimer«, bannt mit seiner Mittelformatkamera die glänzenden Karossen ganz altmodisch auf einen Negativfilm.

Als die Teilnehmer des Oldtimertreffens zur Rundfahrt aufbrechen, die an die Teutoburger-Wald-Rennen der 20er und 30er Jahre erinnern, ist der Ford T von Götz Zerbe mit der Startnummer 1 nicht dabei. Die defekte Bremse hat die Ausfahrt diesmal vereitelt.

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