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Land plant bislang einzigartigen Bildungsgang am Bielefelder Rudolf-Rempel-Kolleg

Ein neuer Weg zum Polizeiberuf

Bielefeld (WB)

Einen neuartigen Bildungsgang, der auf den Polizeiberuf vorbereiten soll, will das Land Nordrhein-Westfalen von 2022 am Rudolf-Rempel-Berufskolleg in Brackwede anbieten. Darauf haben sich das Schul- und das Innenministerium verständigt und bezeichnen das Konzept als „Schulversuch“.

Peter Bollig

Im Rudolf-Rempel-Berufskolleg soll der neue Bildungsgang eingerichtet werden. Foto: Thomas F. Starke

„Fachoberschule für Verwaltung und Rechtspflege mit dem Schwerpunkt Polizeivollzugsdienst“ nennt sich der Bildungsgang, der es vor allem Schülern mit einem mittleren Schulabschluss ermöglichen soll, sich für ein anschließendes Bachelor-Studium an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung zu qualifizieren. Der Bildungsgang am Berufskolleg dauert zwei Jahre.

Einen solchen Bildungsgang sieht die Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die Berufskollegs in NRW bislang nicht vor, heißt es in einer Vorlage für die Sitzung des Schulausschusses am 19. Januar, in der das Gremium die Pläne absegnen soll. Im Rahmen des Schulversuchs soll demnach die inhaltliche Konzeption überprüft und am Ende auch geklärt werden, ob die Schülerinnen und Schüler „erfolgreich im Polizeivollzugsdienst ankommen“.

Die Polizei wählt die Teilnehmer des Bildungsgangs im Vorfeld aus. Das Land verspricht sich von diesem neuen Bildungsgang, dass jungen Menschen ein höherer Bildungsabschluss und durch das Lernen in der Praxis der Polizeibehörde eine gute Vorbereitung auf die Berufsausbildung ermöglicht wird. Denn Teil dieser Fachoberschulausbildung ist es, dass ein Praktikum bei einer Polizeibehörde gemacht wird.

Dass die Ministerien das Berufskolleg in Brackwede für den Schulversuch ausgewählt haben, wird unter anderem mit der räumlichen Nähe zum Ausbildungsstandort der Polizei in Schloß Holte-Stukenbrock begründet. Zudem verfügt das Rudolf-Rempel-Berufskolleg über die notwendigen Fachkräfte, weil die Schule seit Jahrzehnten Bildungsgänge im juristischen Bereich anbietet, unter anderem zur Ausbildung von Justizvollzugsfachangestellten sowie Rechtsanwalts- und Notariatsfachangestellten.

Der Bildungsgang soll 31 Schülern Platz bieten und richtet sich insbesondere an Schülerinnen und Schüler, die mit der Fachoberschulreife eine Sekundarstufe-I-Schule verlassen und sich im verwaltungsrechtlichen Berufsfeld für den Polizeivollzugsdienst weiterqualifizieren wollen.

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