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Bezirksvertreter befürworten Bürgerantrag zu Ehren des gebürtigen Bielefelders

Ein Pattweg namens Hannes Wader

Dornberg (WB). Vielleicht wird jetzt was daraus: Die „Apfelbaumallee“ in Hoberge-Uerentrup soll auf Wunsch der Dornberger Bezirksvertreter in Hannes-Wader-Weg benannt werden. Einziger Haken nach dem einstimmigen Beschluss in der Sitzung am Donnerstag: Noch untersagt eine Bielefelder Satzung es, öffentliche Straßen oder gar Pattwege mit den Namen noch lebender Menschen zu versehen. Das soll sich ändern, hoffen die Politiker.

Volker Zeiger

Hier gibt es ihn schon, den Hannes-Wader-Weg: im Dornberg-Kalender 2019, herausgegeben von Jürgen Benne. Das Bild von Inge Ulonska zeigt die Apfelbaumallee beim Hof Gentrup in Hoberge, die auf Wunsch von Bewohnern und Politikern zu Ehren des Liedermachers umbenannt werden soll, in voller Blütenpracht. Hannes Wader (77) stammt aus Bielefeld. Foto:

Der Tipp, wie das bewerkstelligt werden kann, kam von Heiko Steinkühler (Grüne): „Es wäre angemessen, die Satzung zu ändern“, sagte er. Die Verwaltung hatte nach einem im März 2018 zuletzt gefassten Namensgebungsbeschluss der Dornberger darauf hingewiesen, dass es seit 1945 Usus sei, nach lebenden Personen keine Straßen zu benennen, denn diese könnten „sich zukünftig noch als unwürdig erweisen“, was unter Umständen eine Rücknahme der Benennung erforderlich mache. Hermann Berenbrinker (CDU) ergänzte: „Wir sollten die Verwaltung bitten, die Vorgabe so zu ändern, dass auch lebende Personen“ geehrt werden können. Sollte der Vorstoß nicht fruchten, könne man sich mit selbst gefertigten Schildern – ähnlich wie vorm Dornberger Auenpark – behelfen, setzte Steinkühler nach. Die Verwaltung soll laut Beschluss prüfen, wie Straßen bei Wünschen wie denen aus der Bürgerschaft und der Politik dennoch umbenannt werden können.

Ausschlaggebend für den inzwischen dritten Anlauf zur Straßenbenennung nach dem Künstler und Liedermacher Hannes Wader (77) war die Bürgereingabe von Hans-Joachim Adler (77), der unmissverständlich darlegte, warum Wader zu ehren sei: Der – wie mehrfach berichtet - am Poetenweg aufgewachsene und bis Mitte 20 hier lebende Künstler habe mit seinen Liedern eine hohe kulturelle Anerkennung bekommen, erreiche mit seinen Liedern eine große Fangemeinde, die ihn verehre, schätze und achte. Adlers Appell: „Wir Bielefelder sollten uns freuen, einen so großen und bekannten Poeten“ mit einem nach ihm benannten Weg zu ehren. Dafür eigne sich die Apfelbaumallee. Übrigens würde sich Wader, mit dem er im engen Kontakt stehe, sehr über eine Auszeichnung freuen.

In der Sitzung, diesmal im Nowgorod-Raum im Alten Rathaus unter Corona-Sicherheitsregeln abgehalten, begründete Adler seine Eingabe weiter: Waders Elternhaus sei nicht weit von der Apfelbaumallee, und im Volksmund werde der Weg eh schon mit Hannes Wader im Verbindung gebracht. Zudem gebe es in vielen anderen Städten Straßennamen bekannter, lebender Musiker. „Nur Bielefeld tut sich damit schwer“, fügte er an.

Im Oktober 2017 hatte sich die CDU die Apfelallee in der Hoberger Feldmark für Wader auserkoren. Ein halbes Jahr später präsentierte die Verwaltung zwei mögliche Wege, die umbenannt werden könnten – nur, wenn der Künstler nicht mehr lebe . Die Bezirksvertreter stimmten damals für eine Strecke, die vom Poetenweg abzweigt und Richtung Dornberger Straße führt. Daran hat sich nichts geändert.

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