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Rund 1000 Menschen kommen zur Mahnwache an der Synagoge

Ein Zeichen der Solidarität

Bielefeld (WB/MiS). Rund 1000 Menschen haben sich am Sonntag an einer Mahnwache vor der Synagoge an der Detmolder Straße beteiligt.

Eine halbe Stunde stilles Gedenken: Vor der Synagoge an der Detmolder Straße versammeln sich am Sonntag etwa 1000 Menschen. Foto: Markus Poch

Das Bielefelder »Bündnis gegen Rechts« hatte dazu nach einem Anschlag auf die Synagoge in Halle/Saale, bei dem zwei Menschen getötet wurden, aufgerufen. Das Motto lautete: »Gegen Antisemitismus – Solidarität mit unseren jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern«. Wegen des großen Andrangs musste die Polizei die Detmolder Straße in Richtung Innenstadt sperren. Die Stadtbahn konnte auf der Linie 2 vorübergehend nicht verkehren. Der Autoverkehr wurde umgeleitet. Das »Bündnis gegen Rechts« hatte ursprünglich mit rund 200 Teilnehmern gerechnet und eine entsprechende Zahl bei der Polizei angemeldet. Zur Manwache gekommen waren unter anderem die Bielefelder Bundestagsabgeordneten Wiebke Esdar (SPD) und Britta Haßelmann (Grüne), ebenso Christian Bald, Superintendent des Ev. Kirchenkreises.

Redebeiträge waren während der Mahnwache nicht geplant. Lediglich Irith Michelsohn, Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde Bielefeld, richtete einen Appell an Politik und Polizei, die für den 9. November, den Jahrestags des Judenpogroms, angekündigte Demonstration der Partei »Die Rechte« doch noch zu verhindern. Die Rechtsradikalen wollen dann in Bielefeld für die Freilassung der Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck demonstrieren. Das Verwaltungsgericht Minden hatte ein Verbot der Demonstration untersagt, die Polizei daraufhin auf weitere Rechtsmittel verzichtet (diese Zeitung berichtete).

Bei seiner erneuten Nominierung am Samstag beim SPD-Parteitag hatte Oberbürgermeister Pit Clausen deutlich Stellung gegen die geplante Demonstration bezogen: »Ich finde es widerlich, den Gedenktag auf diese Weise zu missbrauchen und die Opfer der Nazi-Herrschaft zu verhöhnen«, hatte Clausen erklärt. Er rief alle Bielefelder dazu auf, »sich den Rechten am 9. November entgegen zu stellen« und ab 17.30 Uhr an der Gedenkveranstaltung an den Judenpogrom am Standort der früheren Synagoge an der Turnerstraße teilzunehmen.

Nach Veranstalterangaben rund 300 Menschen zogen am Samstagnachmittag vom Hauptbahnhof durch die Bielefelder Innenstadt zum Kesselbrink, um gegen den Anschlag auf die Haller Synagoge zu demonstrieren. Veranstalter war die »Antinationale Linke Bielefeld«. Deren Sprecherin Sarah Fried sagte, rechter Terror gehöre in Deutschland zum Alltag.

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