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Auszubildende der Firma Boge haben Ersatz für verschollenen Vorgänger geschaffen

Eine Sonnenuhr mit Sparrenburg-Motiv

Bielefeld

Demnächst soll wieder eine Sonnenuhr im Bürgerpark ihren Platz finden. Derzeit erhält sie bei der Firma Boge in Jöllenbeck den letzten Schliff.

Michael Schläger

Tom Cederic Blümel, Auszubildender bei Boge, kontrolliert den Winkel der für den Bürgerpark bestimmten Sonnenuhr. Foto: Bernhard Pierel

Das Messing glänzt golden. Der Zeiger der neuen Sonnenuhr (Fachbegriff: Polstab) stellt stilisiert den Turm der Bielefelder Sparrenburg dar. Der Zeitmesser, der ganz auf die Kraft der Sonne setzt, soll spätestens im kommenden Monat im Bürgerpark montiert werden. Genau auf dem Sandsteinsockel im Staudengarten des Parks, vom dem der Vorgänger zu Anfang dieses Jahrzehnts verschwunden war. Ausgerichtet sein muss der Polstab in Richtung Norden.

Gefertigt wurde das Stück in der Ausbildungswerkschaft der Firma Boge Kompressoren in Jöllenbeck. Deren Chef, IHK-Präsident Wolf D. Meier-Scheuven, ist regelmäßiger Besucher des Bürgerparks und wohnt in der Nachbarschaft. Er hatte sich dafür eingesetzt, dass es endlich Ersatz für die abhanden gekommene Sonnenuhr geben konnte.

Gesellschaft für Chronometrie mit eingebunden

Stefan Sinne, Sonnenuhr-Fachmann aus Paderborn-Elsen, schuf den Entwurf aus Holz, Werkstudenten der Firma Boge übernahmen das Fertigen des Plans und die Auszubildenden die Umsetzung.

„Mal eine etwas andere Aufgabe“, sagt Tom Cedric Blümel (20), Auszubildender im dritten Ausbildungsjahr bei Boge und einer derjenigen, die an der Sonnenuhr mitgearbeitet haben. „Es war eine echte Gemeinschaftsleistung“, sagt Andreas Gödecke, Ausbildungsleiter bei Boge, wo aktuell zehn junge Leute die Berufe Industriemechaniker und Mechatroniker erlernen.

Damit fachlich alles stimmt, war in die Planung auch die Deutsche Gesellschaft für Chronometrie in Nürnberg einbezogen worden. Bei ihr handelt es sich um eine Gesellschaft, die sich mit der Erforschung und Dokumentation der Zeitmessung beschäftigt.

Aufbau soll zum Frühjahrsanfang erfolgen

Die neue Sonnenuhr ist so robust, dass sie vor Beschädigungen sicher ist. Dieses Schicksal erlitt ihre Vorgängerin. Vor mehr als 20 Jahren war sie schwer beschädigt worden. Sie wurde abgebaut, sollte repariert und dann wieder aufgestellt werden. Wo sie am Ende abgeblieben ist – niemand im zuständigen städtischen Umweltbetrieb weiß es so genau.

Wolf D. Meier Scheuven hatte auch bereits dafür gesorgt, dass die einsame Bronze-Ente am Südufer des Parkteichs wieder ihren Partner zurückbekommt, die Skulptur wieder komplettiert wurde. Schon vor zwei Jahren hatte er dann mit der Stadt Kontakt aufgenommen, um Ersatz für die Sonnenuhr zu beschaffen. Pünktlich zum Frühlingsanfang kann die neue Uhr nun aufgestellt werden.

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