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Tarifrunde Sozial- und Erziehungsdienst: ganztägiger Warnstreik am Dienstag in Bielefeld - bis zu 1000 Teilnehmer erwartet

Einige Kitas bleiben wohl geschlossen

Bielefeld

Darauf müssen sich viele Eltern in Ostwestfalen-Lippe einstellen: Wegen eines Warnstreiks könnten diesen Dienstag etliche Kitas in öffentlicher Trägerschaft geschlossen bleiben oder sie bieten nur einen Notbetrieb an. Auch Jugendhilfeeinrichtungen, Jugendämter und die Behindertenhilfe - etwa die Lebenshilfeeinrichtungen - sind von dem ganztägigen Warnstreiktag, zu dem die Gewerkschaft Verdi aufruft, betroffen.

Von Paul Edgar Fels

Bis zu 1000 Kita-Beschäftigte in der Region wollen am Dienstag streiken (Symbolbild). Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Illustration

Die Gewerkschaft will damit im Ringen um mehr Geld,  bessere Arbeitsbedingungen   und das Recht auf  Weiterbildung  für Assistenzkräfte den Druck auf die Arbeitgeber im Sozial- und Erziehungsdienst erhöhen. Zu der Kundgebung diesen Dienstag in Bielefeld werden laut Verdi 700 bis 1000 Teilnehmer erwartet.

Bei der zweiten Runde in den Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft  am 21. und 22. März hätten die  Vertreter  der Kommunalen Arbeitgeberverbände  "wiederum kein Angebot vorgelegt und noch nicht einmal Ansätze für Kompromisslinien erkennen lassen", teilte Verdi diesen Montag mit. Wiederholt hätten die Öffentlichen Arbeitgeber die Forderung der Gewerkschaft   nach einer Aufwertung der Arbeit durch bessere Eingruppierungen und einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen vom Tisch gewischt. "Die Anerkennung und Wertschätzung der Arbeit der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst endet immer dann, wenn es um konkrete Forderungen nach einer Verbesserung der Arbeits- und Einkommensbedingungen geht", teilte Verdi mit. Daher werde man diesen Dienstag zu einem ganztägigen Streiktag der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst in Ostwestfalen – Lippe aufrufen.

Die Streikenden aus den Regionen Herford, Minden, Detmold, Paderborn, Gütersloh und Bielefeld treffen sich  ab 8  Uhr  in der Hechelei und im Grossen Saal der Ravensberger Spinnerei zu einen Streikfrühstück und einer Auftaktkundgebung. Die Anreise erfolge für viele Kolleginnen und Kollegen per Bus. Um etwa  10.45 Uhr werden die Streikenden – begleitet von der Bielefelder Trommlergruppe „ Sambistas“ -  von der Hermann-Delius-Straße / Ecke Heeper Straße in einem Demozug zum Kundgebungsort Rathausplatz Bielefeld ziehen.

Hermann Janßen, stellvertretender Leiter Verdi-Geschäftsstelle OWL. Foto: Verdi

Gegen 11.30 Uhr werden unter anderem Hermann Janßen, stellvertretender Geschäftsführer des Verdi-Bezirkes OWL, sowie Andrea Becker, Landesfachbereichsleiterin des Verdi-Bezirkes NRW, über die bisherigen Tarifverhandlungen berichten. Ein Grußwort werde  Anke Unger, DGB-Regionsgeschäftsführerin, an die Streikenden richten. Ausserdem sollen Ehrenamtliche Kolleginnen zur Stimmungslage in den Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe berichten.

Mit Blick auf die Corona-Pandemie hat sich Hermann Janßen am Montag dafür ausgesprochen, dass in den Innenräumen weiterhin eine Maske getragen werden sollte.  Angesichts der Gesetzeslage- also den ausgelaufenen Corona-Schutzmaßnahmen -  fügte er hinzu: "Aber mehr als Bitten kann ich nicht."

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