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Bezirksvertretung in Bielefeld-Schildesche berät Pläne für Neubau einer Grundschule in Gellershagen

Einverständnis unter „Auflagen“

Bielefeld

Eine weitere Grundschule im Bereich Schildesche und Dornberg ist dringend notwendig, weil die umliegenden Grundschulen schon jetzt überlaufen. Die Suche nach einem Standort ist jedoch schwierig. Denn auch der Bau auf dem Gelände hinter der Sekundarschule Gellershagen am Brodhagen, den die Verwaltung favorisiert, stößt in der Bezirksvertretung Schildesche nach wie vor auf viele Fragen

Hendrik Uffmann

Auf dieser Fläche hinter der Sekundarschule Gellershagen soll nach dem Vorschlag der Verwaltung die neue Grundschule gebaut werden. Foto: Bernhard Pierel

Zwar stimmte eine Mehrheit der Bezirksvertreter am Donnerstag für die Beschlussvorlage der Verwaltung, allerdings nur unter der Berücksichtigung einer mehr als eine DIN A4-Seiten langen Stellungnahme, die SPD, Grüne und Linke eingebracht hatten und in der noch einmal die Knackpunkte aufgelistet werden, die die Bezirkspolitiker bei dem Projekt sehen.

Wie mehrfach berichtet, sucht die Stadt schon seit langem nach einem geeigneten Standort für eine neue Grundschule mit zwei bis drei Klassen pro Jahrgang, um die Eichendorffschule, die Bültmannshofschule, die Stiftsschule und die Grundschule Babenhausen zu entlasten. Denn im Bereich Schildesche und Dornberg, so die Prognosen, werde es bereits im Schuljahr 2025/26 mehr als 300 Schüler mehr geben als derzeit.

Die Suche nach einem geeigneten Grundstück, das laut Stadt mindestens 10.000 Quadratmeter groß sein muss, erwies sich jedoch als schwierig. Nachdem diese im Bereich Dürerstraße erfolglos war, wurde das Suchgebiet ausgedehnt, so dass die Verwaltung im August 2020 das Gelände zwischen der Sekundarschule Gellershagen und dem Gelände der Bielefelder Turngemeinde (BTG) am Brodhagen in den Blick nahm.

Doch dieser Standort erscheine als „nicht ideal“, heißt es in der Stellungnahmen, die die Bezirksvertretung Schildesche nun zusammen mit der Zustimmung zu der Verwaltungsvorlage für den Grundschul-Neubau an dieser Stelle beschlossen hat.

Steve Wasyliw (CDU)

Denn die Eichendorffschule liege in unmittelbarer Nähe, viele neue Schüler seien aber in dem Neubaugebiet an der Grünewaldstraße zu erwarten. Die Folge werden vermutlich eine größerer Nachfrage bei der von dort aus näher gelegenen Bültmannshofschule sein. Das Prinzip „Kurze Wege für kurze Beine“ werde mit dem Neubau am Brodhagen wohl nicht erreicht.

Da folglich mit mehr Eltern-Taxi-Verkehr zu rechnen sie, sollten geeignete Haltestellen dafür mit eingeplant werden.

Darüber hinaus werde zwar ein Entlastungseffekt für die Eichendorff- und die Bültmannshofschule eintreten, wohl aber nicht für die Stiftsschule. Dort werde es also trotz des Neubaus weiterhin Bedarf an zusätzlichen Räumen geben.

Schwierigkeiten könnte der Neubau auch für die gerade erst gestartete Sekundarschule Gellershagen bedeuten. Denn dort sei ein Erweiterungsbau notwendig, schon ab dem Schuljahr 2022/23 müssten auf dem Schulgelände übergangsweise Container für zusätzliche Klassenräume aufgestellt werden. Geklärt werden müssten darüber hinaus auch die Zuwegung zu beiden Schulen und die Schulhofsituation.

Außerdem bemängelt wird in der Stellungnahme, dass die Leiter der betroffenen Schulen, also der Sekundarschule sowie der Grundschule Eichendorff und Bültmannshof, in die bisherigen Planungen nicht eingebunden worden seien. Darüber hinaus müsse auch die BTG in die Beratungen „intensiv einbezogen“ werden, da der Neubau auch auf den Sportverein erhebliche Auswirkungen habe und der Verein das in Frage kommende Gelände hergestellt und auch finanziert habe.

Allerdings, heißt es in der Stellungnahme, gebe es auch Chancen durch den Neubau an der Stelle – etwa durch die Zusammenarbeit mit der Sekundarschule, durch die ein durchgehendes Angebot von der ersten bis zur zehnten Klasse entstehe könnte mit einem Anschluss an das Max-Planck-Gymnasium.

Mit der Mehrheit von SPD, Grünen und Linken stimmte die Bezirksvertretung schließlich für die Beschlussvorlage der Verwaltung für den Neubau der Grundschule am Brodhagen unter Berücksichtigung der Stellungnahme, CDU, FDP und AfD votierten dagegen.

Deutlich Kritik kam von der CDU. „Wir sind dankbar für den Antrag mit der Stellungnahme, weil dort die Probleme aufgezeigt werden. Aber bei einem Beschluss geben wir der Verwaltung einen Freifahrtschein, und das wollen wir nicht“, sagte Steve Wasyliw (CDU). Denn das Gelände sei nach wie vor der falsche Ort für den Schulneubau. „Ich verstehe nicht, wie man dem zustimmen kann. Denn unsere Beschlüsse zur Prüfung des Standort sind noch nicht umgesetzt“, erklärte Michael Weber (CDU).

„Wir haben die Punkte aufgelistet, die noch geklärt werden müssen. Wir sehen an dem Standort aber auch großes Potenzial“, erwiderte Ruth Wegner (Grüne).

Als nächstes wird sich der Schul- und Sportausschuss in seiner Sitzung am 23. Februar mit dem Thema beschäftigen.

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