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Bielefelder konnten Saisonstart kaum erwarten – maximal 250 Besucher zugelassen

Eisvergnügen unter Corona-Bedingungen

Bielefeld (WB). Benjamin Borgstedt konnte den Saisonstart kaum erwarten. Am Samstag hat die Oetker-Eisbahn geöffnet, der 14-Jährige hat sich nichts entgehen lassen: Er hat vormittags und nachmittags alle Laufzeiten „mitgenommen“. Allerdings: Die Corona-Pandemie verlangte auch auf dem Eis ihren Tribut: Ohne Mundschutz ging nichts. Zugelassen waren zudem maximal 250 Schlittschuhläufer.

Sabine Schulze

Papa Stephan ist mit seinem Sohn Jan eigens aus Telgte zur Eisbahn gekommen. Der Fünfjährige steht zum ersten Mal auf Schlittschuhen und übt die ersten Schritte mit dem Lernzwerg, an dem man sich so schön festhalten kann. Foto: Bernhard Pierel

Maximal 250 Schlittschuhläufer zugelassen

„Ich war sicher, dass wir eröffnen“, sagte Eismeister Viktor Görz. Ein Winter ohne Schlittschuhlauf, Eisstockschießen oder Disco auf Kufen mochte er sich nicht vorstellen. Immerhin wurde die vergangene Saison vorzeitig Mitte März beendet – damals bereits wegen „Corona“. Damit das Eisvergnügen in diesem Winter ohne Gefahr möglich ist, hat die Bielefelder Bäder und Freizeit GmbH als Betreiber einige Vorkehrungen getroffen.

So sollen die Eissportfreunde vorab ein E-Ticket kaufen, durch das ihre Kontakte hinterlegt sind. Im „Anschnallraum“ sind zwischen den Sitzbänken Folien gespannt, um für Abstand zu sorgen und es Aerosolen schwer zu machen. Ein Mund-Nasen-Schutz ist auf dem gesamten Gelände vorgeschrieben, und 500, 600 oder gar 1000 Besucher wie in den Vorjahren wird es nicht geben, damit es auf dem Eis nicht zu eng wird.

Das immerhin erlaubt es Benjamin, seine Fähigkeiten als Freestyler und Breakdancer auf dem Eis unter Beweis zu stellen. Und Markus kann recht ungehindert seine Bahnen ziehen. Der Reiz beim Eislaufen ist für ihn Tempo: „Andere mögen die Eleganz der Drehungen, ich mag einfach Geschwindigkeit“, sagt der 24-Jährige und stellt das unter Beweis.

Viel Platz auf der Eisfläche

Die Beschränkung der Besucherzahl auf 250 hatte eindeutig auch Vorteile – besonders für Anfänger: Da konnte die Freundin sich vom Freund langsam über das Eis ziehen lassen, der Schüler vorsichtig an der Bande entlang hangeln oder Papa Stephan mit Sohn Jan entspannt mit dem Lernlauf-Zwerg über das Eis schieben: Jeder hatte genug Platz.

45 Minuten lang dürfen auf der Oetker-Eisbahn alle ihre Kreise ziehen, das rasante Stoppen trainieren oder elegant in Kurven rückwärts fahren. Dann werden alle aufgefordert, die Eisfläche für eine Viertelstunde zu verlassen: „Wir müssen das Eis regelmüßig aufbereiten“, erklärt Viktor Görz. Mit einer Eismaschine wird die 30 mal 60 Meter große Fläche abgezogen, werden Riefen und Schrammen beseitigt. In einem Rutsch wird zudem ein dünner Wasserfilm aufgebracht. Er gefriert binnen weniger Minuten und sorgt dafür, dass die Eisschicht nicht nach und nach abgetragen wird.

35 Millimeter dick ist sie, aufgebracht wird sie auf einer Betonplatte, in der Rohre zur Kühlung liegen. „Wir haben am Montagmorgen begonnen, die Eisfläche vorzubereiten, Donnerstagmorgen waren wir fertig“, erzählt Görz. Und die Bielefelder konnten es kaum abwarten. Görz ist sicher, dass Disco und Eisstockschießen erneut Renner sein werden – vor allem für Gruppen: „In geschlossenen Räumen werden wir in diesem Jahr nicht viel feiern können.“

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