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Sanierung des Finanzamtes auf der Zielgeraden

Ende einer unendlichen Geschichte nah

Bielefeld (WB). Eine gefühlt unendliche Geschichte scheint jetzt allmählich dem glücklichen Ausgang zuzustreben: Das Finanzamt Bielefeld-Innenstadt wird von Netzen und Gerüsten befreit, die Außenhülle des Hochhauses ist fertiggestellt. Was allerdings nicht heißt, dass nicht mehr gebaut und gewerkelt würde.

Sabine Schulze

Jahrelang war das Finanzamt Bielefeld-Innenstadt hinter Netzen und Gerüsten verborgen. Jetzt wird die neue Fassade nach und nach freigelegt. Foto: Bernhard Pierel

Jahrelang Baustelle

Seit 2011 war das Finanzamtsgebäude mit Netzen verhängt, haben Vorsteher Peter Schott und sein Stellvertreter Leif Trepmann im vergangenen Jahr geschätzt. Es war eine Dauer-Baustelle, auf der allerdings zeitweilig wenig bis nichts ging: Es gab einen Baustopp, Probleme bei der Ausschreibung, zwei Jahre Stillstand. Im Februar 2019 ging der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW davon aus, dass die Arbeiten bis zum Jahresende abgeschlossen sein würden. Jetzt immerhin, ein weiteres Jahr später, scheinen sie sich auf der Zielgeraden zu befinden.

„Die Arbeiten am Finanzamt Bielefeld-Innenstadt schreiten gut voran“, heißt es nach Anfrage in einer schriftlichen Stellungnahme. Die neue cremeweißfarbige Verbundfassade aus pulverbeschichtetem Aluminium sei montiert, mit der Fertigstellung der neuen Außenhülle habe im September die schrittweise Demontage des Baugerüstes begonnen.

Sanierungskosten stiegen

Erneuert wurden auch die 880 Fenster, die teilweise undicht waren. Nun sollen, erklärt BLB-Sprecher Carsten Pilz, in wenigen Wochen die Arbeiten an den Nebengebäuden beginnen. In der so genannten kleinen Kassenhalle und der Eingangshalle sollen ebenfalls die Fenster und die Fassade erneuert werden. „Die Dacharbeiten am Hochhaus und an der Kassenhalle sind bereits beendet“, teilt Pilz mit.

Neun Stockwerke hoch ist das Finanzamt-Innenstadt, errichtet wurde es 1967. Weil die Fassade marode war, wurde das Gebäude 2011 mit Netzen verhängt. 2012 hatte die Sanierung einschließlich des Einbaus neuer energiesparender Fenster erledigt sein sollen. Eigentlich. Dann aber, hieß es vom BLB, sei bei der Betonsanierung erst erkennbar gewesen, wie groß die Schäden seien und welche Arbeiten an der Fassade nötig seien. Also wurde neu geplant, ausgeschrieben, gestoppt und zwischendurch immer mal gewerkelt. 2016 folgte dann der zweijährige Baustopp, weil die Ausschreibungen aus dem Ruder liefen.

Aus den ursprünglich veranschlagten fünf Millionen Euro Sanierungskosten waren zehn Millionen geworden. Pilz sprach von drastischen Abweichungen des günstigsten Angebotes um 70 Prozent. Und auch nach einer Anpassung der Ansprüche nach unten durch den BLB lag das günstigste Angebot noch 50 Prozent über den Vorstellungen. Der BLB dachte daher über eine Sparversion nach und wollte auf die Erneuerung der Fenster verzichten und sie lediglich instand setzen. Das aber führte zu Protesten der Finanzverwaltung. 2017 gab es also erneute Gespräche, das Budget wurde auf 8,5 Millionen Euro erhöht und Gewerke wurden neu ausgeschrieben.

Wie teuer die Gesamtbaukosten nun tatsächlich geworden sind, mag man beim BLB noch nicht sagen, auch wenn das Gros der Arbeiten erledigt ist: Das stehe erst fest, sobald alle Arbeiten am Gebäude abgeschlossen seien.

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