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Mountainbike-Initiative fordert Downhill-Strecke im Teuto – Samstag Demo am Rathaus 

»Endlich legal bergab fahren« 

Bielefeld (WB). Das Problem ist fast so alt wie die Kategorie der Downhill-Mountainbikes: Es gibt in Bielefelds Wäldern keine erlaubte Strecke für die Sportler. Mit seiner Initiative startet Ralf Karger (53) einen neuen Anlauf. »Wir möchten wie BMX-Fahrer oder Skater eine legale Strecke im Teutoburger Wald«, sagt er.

Michael Diekmann

Rasant bergab auf speziell präparierten Pisten mit Sprüngen, Kurven und Rampen: Im Bielefelder Teil des Teutoburger Waldes ist das Downhill-Fahren zur Zeit nicht erlaubt. Stadt und Forstverwaltung bemühen sich wie die Fahrer um eine zeitnahe Einigung.

 Downhill heißt zu Deutsch Bergab. Anders als Tourenfahrer, die auf Wanderwegen unterwegs sind, lieben es die so genannten Downhiller, mit ihren speziellen Rädern die Herausforderung einer mit Hindernissen gespickten Strecke rasant bergab zu meistern, den Parcours regelmäßig umzubauen und zu verschärfen. Seit eineinhalb Jahren, klagt Ralf Karger, versuche man als Initiative, »endlich eine legale Strecke« hinzubekommen.

»Der gute Wille ist da«

 Samstag wollen sich die Bielefelder um 14 Uhr vor dem Rathaus zu einem gemeinsamen Fototermin treffen und mit einer Demo auf die Misere aufmerksam machen. Dabei stoßen die Downhiller bei vielen Verantwortlichen auf Verständnis. Dezernentin Anja Ritschel: »Der gute Wille ist da. Ich kann das Anliegen sehr gut nachvollziehen.« Viel Herzblut in die Angelegenheit gesteckt hat nach eigenen Angaben Revierförster Erhard Oehle. Ebenso wie sein Chef, Franz Stockmann, hat er das Gespräch mit Sportlern geführt, aber auch mit den 500 Waldbauern um Bielefeld. Immerhin müsste Gelände für eine Strecke im Privatwald oder Stadtwald liegen. Die von der Naturfreundejugend geplante Mountainbike-Strecke am Schuttberg Monte Scherbelino, sind alle überzeugt, dürfte die Wünsche der echten Downhiller nicht erfüllen. Oehle: »Die suchen den Kick und neue Herausforderungen.«

 Thematisiert worden war eine Bergab- Strecke in der Vergangenheit meist, wenn es um unerlaubt gebaute Anlagen irgendwo im Wald ging, die dann auf Veranlassung der Behörden wieder entfernt werden mussten. Bis zu 25 solcher Trails gab es im Teutoburger Wald. Der Teuto ist aber besonders sensibles Naturgefüge und FFH-Gebiet.

»Landesregierung in der Pflicht«

Privatwaldbesitzer, hat die Stadt erfahren, wollen kein Gelände bereit stellen. Ein Grund sind Haftungsfragen. Fachleute sehen zuerst die Landesregierung in der Pflicht. Die muss das Forstgesetz ändern, wonach nur auf Wegen gefahren werden darf, nicht aber quer zum Hang. Und Ralf Kargers Mitstreiter sind durch die Bank bereit, anzupacken und selbst eine Strecke zu bauen. Legal nach Absprache, versteht sich. Rückenwind erhoffen sie sich zudem im Verein. Zehn der Downhiller wollen sich dem RC Zugvogel anschließen, in dem auch vorbildlicher BMX-Sport betrieben wird.

 Gestern bekannt wurde, dass auf Drängen von OB Pit Clausen jetzt auch das Thema Mountainbike-Strecke bei der Stadt wieder bearbeitet wird. Der Immobilienservicebetrieb (ISB) war hier als Kooperationspartner der Naturfreundejugend eingesetzt worden. Wie man aus dem Umweltamt hört, war die Sache beim ISB »einfach liegen geblieben«. Martin Wörmann: »Jetzt ist jemand anders mit dem Thema befasst.«

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