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Hans-Martin Linnemann wird 90

„Er hat Gottes Wort groß gemacht“

Bielefeld

Hans-Martin Linnemann, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) von 1985 bis 1996 mit Sitz in Bielefeld, feiert an diesem Mittwoch seinen 90. Geburtstag. Präses Annette Kurschus gratuliert ihrem Amtsvorgänger und würdigt ihn als Pastor, der „Gottes Wort groß gemacht“ und dessen Wort darum bis heute Gewicht habe.

Westfalen-Blatt

Der ehemalige Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen mit Sitz in Bielefeld, Hans-Martin Linnemann, vollendet sein 90. Lebensjahr. Foto:

Linnemann, in Witten geboren und in Amelunxen bei Höxter aufgewachsen, war in einer Zeit Präses, als in Staat, Gesellschaft und Kirche einschneidende und weitreichende Veränderungen einsetzten. In seine Amtszeit zwischen 1985 und 1996 fielen unter anderem die Katastrophe von Tschernobyl, der Fall der Berliner Mauer, der ersteGolfkrieg, der Krieg im ehemaligen Jugoslawien, die Unabhängigkeit Namibias und das Ende der Apartheid im südlichen Afrika, die anhaltende Massenarbeitslosigkeit sowie die Zunahme von geflüchteten und Asyl suchenden Menschen in Deutschland.

Präses Linnemann antwortete darauf, indem er sich aktiv einsetzte im Konziliaren Prozess für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Er machte sich stark für eine missionarisch-diakonische Volkskirche, die auch ihre seelsorgliche Verantwortung ernst nimmt.

Die Einheit der Evangelischen Kirche in Deutschland lag ihm ebenso am Herzen wie die Gemeinschaft mit den Evangelischen Kirchen in Afrika, Asien und Europa, die Einheit der getrennten Christenheit in Deutschland und der weltweiten Ökumene. Die Attitüde eines „Kirchenfürsten“ blieb Linnemann zeitlebens fremd. Er verstand seinen Dienst als Pastor. Ob als Präses in Westfalen oder als Mitglied des Rates der EKD: Linnemann fiel auf durch gründliche Sach- und Aktenkenntnis, er war offen und klar im Gespräch, auch Positionen von Minderheiten verschaffte er Gehör. Linnemann trat nicht als ein Mann „großer Worte“ auf; stattdessen hat er Gottes Wort groß gemacht. Darum hat sein Wort Gewicht - bis heute.

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