1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Bielefeld
  6. >
  7. Erfolg „made in Bielefeld“

  8. >

Heimische Musiker Bad Temper Joe und „ROSI“ lassen auch national aufhorchen

Erfolg „made in Bielefeld“

Bielefeld (WB). Musik aus Bielefeld sorgt derzeit national für Aufsehen – allen Coronabeschränkungen zu Trotz. Während der hiesige Blues-Musiker Bad Temper Joe mit seinem Album „The Memphis Tape“ für die Bestenliste der Deutschen Schallplattenkritik nominiert ist, schaffte es die Band „ROSI“ mit ihrer neuen Single „Forgotten World“ in die Top 20 der Deutschen Alternativ-Charts.

Heinz Stelte

Der Bluesmusiker Bad Temper Joy ist für die Bestenliste des Deutschen Schallplattenpreises nominiert. Foto: Gerald Oppermann

Die Bestenliste der Deutschen Schallplattenkritik stellt in 32 Kategorien, von Orchestermusik über Jazz bis Filmmusik, die besten Alben des Quartals vor. Für das letzte Quartal 2020 ist in der Kategorie Blues erstmals Bad Temper Joe nominiert. Neben ihm finden sich auf der Nominierungsliste Namen wie Bob Dylan, Hubert von Goisern, Sophie Hunger oder Liam Gallagher. Die Entscheidung, ob der Bielefelder auch abschließend auf der Bestenliste geführt wird, fällt am 15. November.

Das Album „The Memphis Tape“, im Juli dieses Jahres erschienen, hat der Bielefelder Gitarrist, Sänger und Songschreiber tatsächlich im berühmten Sun Studio in Memphis (Tennessee) aufgenommen – eben dort, wo Bluesgrößen wie Howlin’ Wolf, Junior Parker, James Cotton und nicht zuletzt Elvis Presley und Johnny Cash viele ihrer Songs aufgenommen haben. Es enthält sechs Lieder aus früheren Produktionen, die Bad Temper Joe in einer einzigen Nacht zusammen mit Toningenieur Daniel Crockett aufgenommen hat, 30 Minuten Blues auf knisterndem Vinyl.

28-Jährige Bielefelder ist eifrig, zehn Alben hat er bereits veröffentlicht und sich so in der Bluesszene in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht. Bei der jüngsten „Blues Challenge“ in Memphis gelangte Bad Temper Joe als einziger Europäer in der Kategorie Solo/Duo bis ins Finale. 2019 wurde er zum besten deutschen Blues-Solokünstler gewählt.

Seit gut sechs Jahren machen Mirco Rappsilber und Sven Rosenkötter zusammen unter dem Namen „ROSI“ Musik, inspiriert vom Postpunk und Coldwave der 80er Jahre. Beide waren zuvor schon in unterschiedlichen Projekten in der heimischen Musikszene aktiv. Rappsilber war zudem Mitglied der Kölner Band „Endearment“ und half anschließend ein Jahr der Berliner Elektropunk-Band „Egotronic“ als Gitarrist.

Nach mehreren Veröffentlichung erscheint Anfang November ihr neues Album, die erste Singleauskopplung „Forgotten World“ erreichte jetzt auf Anhieb Platz 15 der Deutschen Alternative-Charts (DAC), nur knapp hinter Bands wie „Erasure“ oder „Throwing Muses“.

Die DAC werden seit 1997 wöchentlich von 350 repräsentativ ausgesuchten DJs und Trendhändlern getippt. Sie werden als zuverlässiges und angesehenes Trendbarometer veröffentlicht und lassen die Musikbranche wissen, ob sich ein Titel über die Szene hinaus erfolgreich positionieren kann. „Das fühlt sich nicht real an, zumal ich weiß, wer da alles fehlt in den Top 20,“ schreibt Sven Rosenkötter auf der Bandseite. „Das ist schon ein sehr schöner Moment. Ich war noch nie in irgendwelchen Charts.“

Startseite